Ungesühnter Mord: Verdächtiger gestorben

Von: dpa
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Düsseldorf. Der Raubmord an einer Düsseldorfer Videotheken-Angestellten blieb ungesühnt - nun ist der mutmaßliche Täter gestorben.

16 Jahre nach der grausamen Tat erlag der Verdächtige in einer Klinik in Mülheim an der Ruhr einem Krebsleiden. Ein Sprecher der Düsseldorfer Staatsanwaltschaft bestätigte am Montag einen Bericht der „Bild”-Zeitung.

Bei dem Verbrechen im Jahr 1993 war die Mutter von drei Kindern qualvoll erstickt. Der Mörder hatte sein Opfer gefesselt, ihm eine Plastiktüte über den Kopf gezogen und mit 30 Metern Klebeband luftdicht verschlossen.

Ein Verdächtiger wurde damals wegen der Tat vor Gericht gestellt, mangels ausreichender Beweise aber freigesprochen. Im Jahr 2006 dann die Wende: Dank neuer DNA-Analysemethoden fanden die Ermittler an dem Klebeband Spuren des Hauptverdächtigen. Doch weil der Freispruch rechtskräftig war, durfte dem Mann kein neuer Prozess gemacht werden. Die deutsche Strafprozessordnung lässt dies nicht zu.

Die nordrhein-westfälische Landesregierung nahm den Fall 2006 zum Anlass für eine Bundesratsinitiative. Danach sollen Verdächtige auch nach einem rechtskräftigen Freispruch erneut vor Gericht gestellt werden können, wenn sich die Beweislage später - etwa durch neue DNA- Analysemethoden - doch noch ändert. Ein Sprecher des NRW- Justizministeriums sagte am Montag, die Gesetzesinitiative sei zwar bereits im Rechtsausschuss des Bundestages behandelt worden. Wegen der Bundestagswahl müsse sie nun aber erneut eingebracht werden. „Das werden wir wahrscheinlich auch tun”, sagte der Sprecher.

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