Aachen/Würselen - Unerschöpfliches Sortiment für Sammler

Unerschöpfliches Sortiment für Sammler

Von: Wilhelm Peters
Letzte Aktualisierung:
Eine Rarität ersten Ranges: D
Eine Rarität ersten Ranges: Dr. Wilhelm Niehüsener stellte diese alte Schulkarte aus den 1930er Jahren mit detaillierten Aachener Stadtplänen und Motiven der Kaiserstadt zur Verfügung. Foto: Wilhelm Peters

Aachen/Würselen. „Alle guten Worte dieser Welt stehen in Büchern”, heißt ein chinesisches Sprichwort. Ein Beleg dafür wird geliefert, wenn am Samstag, 3. März, 10 bis 17 Uhr, die 10. Würselener Bücherbörse unter dem Motto „Antiquarisches - Modernes - Wertvolles” im Alten Rathaus an der Kaiserstraße in Würselen ihre Pforten öffnet.

Dort findet sich für Bücherfreunde erneut eine außerordentlich große Auswahl alter, neuer und gut erhaltener Druckwerke vieler verschiedener Gebiete zu günstigen Preisen.

Schirmherr der Veranstaltung ist einmal mehr Würselens Bürgermeister Arno Nelles, der die zehnte Auflage der Veranstaltung wieder tatkräftig unterstützt und beim Verkauf helfen wird. „Die Menschen in der Region wissen längst, warum sie zur Bücherbörse des Vereins Menschen helfen Menschen kommen: weil sie dort eine wahre Wundertüte und Fundgrube aus vielen tausend Büchern vorfinden”, weiß Nelles aus eigener Erfahrung.

Spendenfreudige Bürger

Der Erlös kommt wie bisher dem Verein „Menschen helfen Menschen” zugute, dessen Vorsitzender Bernd Mathieu, der Chefredakteur dieser Zeitung, ist. Mathieu: „Seit vielen Jahren unterstützt die unabhängige Organisation Menschen helfen Menschen unverschuldet in Not geratene Bürgerinnen und Bürger aus dem Verbreitungsgebiet unserer Zeitungen. Wir werden das in Würselen eingenommene Geld wie auch alle anderen Spenden mit aller Sorgfalt und unbürokratisch auf direktem Wege weiterleiten.”

Ein Ziel ist bereits erreicht, ehe die Veranstaltung in „Würselens guter Stube” ihre Pforten öffnet: Fast das komplette Sortiment antiquarischer und moderner Bücher auf dieser 10. Jubiläums-Bücherbörse ist neu. Das heißt: Kaum ein Druckwerk wurde bereits im vorigen Jahr hier oder auf dem 2. Büchermarkt im November im Pressehaus-Casino unseres Verlages in Aachen an der Dresdener Straße angeboten. Dies ist deshalb möglich, weil einmal mehr unendlich viele Leserinnen und Leser Bücher gespendet haben.

Es sind so viele Druckwerke, dass die Tische während der Veranstaltung - es sind rund 120 laufende Meter Ausstellungsfläche - ständig gefüllt sind. Ergibt sich durch den Verkauf eine Lücke, wird nachgelegt. So lohnt es sich für Bücherfreunde durchaus, am Vormittag zu stöbern und am Nachmittag erneut auf „Schatzsuche” zu gehen.

Einige Beispiele aus dem reichhaltigen Angebot, das wieder alle Sammelgebiete umfasst, zeugen von der Spendenfreude der Bürgerinnen und Bürger des gesamten Verbreitungsgebietes unserer Zeitung: So hat Familie Jessen aus Tüddern/Selfkant Dutzende Kartons gestiftet aus dem Nachlass eines vor Jahrzehnten verstorbenen Lehrers. Die Bibliothek kam durch einen Hauskauf in den Besitz der Familie. Der Inhalt: Bücher aus der Region Heinsberg/Geilenkirchen, viele pädagogische und antiquarische Werke „querbeet”.

Ein anderes „Raritäten-Paket” besteht aus einer schön gerahmten Serie von Radierungen mit Aachener und Burtscheider Motiven, die Hans Anetsberger (1870 - 1942) in der Zeit um 1920 schuf. Anetsberger war von 1911 bis 1933 Professor an der 1904 gegründeten Kunstgewerbeschule Aachen (heute Werkkunstschule). Die wertvollen Radierungen des Künstlers spendeten Helma Schreiber und ihre Tochter Renate Schreiber aus dem Nachlass ihres Gatten/Vaters, dem Aachener Steuerberater und Wirtschaftsprüfer Karl Schreiber.

Ein riesiger Aachen-Stadtplan

Auch Dr. Wilhelm Niehüsener, von 1975 bis 1995 Baudezernent der Stadt Aachen, hat seine reichhaltige Bibliothek durchforstet und wieder eine Menge Druckwerke gespendet, darunter vieles zu den Themen Aquensien oder Architektur. Rarität: Niehüsener erhielt vor vielen Jahren als Geschenk von Domkapitular Dr. Erich Stephany (1910 - 1990) eine große, gerollte Schulkarte aus der Zeit um 1930 mit Stadtplan und Detail-Darstellungen von Aachen. Auch diese Rarität stellte Niehüsener nun zum Verkauf „Menschen helfen Menschen” zur Verfügung.

Weiteres Highlight ist eine sehr umfangreiche Spende von Dr. Margareta Kranz aus der Bibliothek ihres Vaters, des Aachener Schriftstellers und Pädagogen Dr. Gisbert Kranz (1921 - 2009), der bis zu seiner Pensionierung im Jahre 1978 als Oberstudienrat tätig war. Weiter hat Schwester Leonie vom Kloster zum armen Kinde Jesu in Aachen-Burtscheid eine große Anzahl an Büchern zusammengetragen und zur Verfügung gestellt.

Ein ganz besonderes „Bonbon”: Im Zeitalter der Digitalisierung steht ein Großteil der bislang raumgreifenden und nicht mehr benötigten Bibliothek des Redaktionsarchivs des Zeitungsverlages Aachen (ZVA, Aachener Zeitung/Aachener Nachrichten) zur Verfügung - eine wahre Fundgrube für Sammler mit einem Faible für vor allem antiquarische Bücher aus und über die heutige Städteregion und unser gesamtes Verbreitungsgebietes. Hier sind auch die Themen Politik und Geschichte Schwerpunkte. All das, was die Gründer der beiden Aachener Tageszeitungen über den Zweiten Weltkrieg hinweg gerettet und anschließend zu einer umfangreichen Sammlung weiter ausgebaut haben, wird am 3. März für „Menschen helfen Menschen” angeboten. Eine einmalige Chance.

Schließlich haben viele weitere Menschen mit ihren Spenden - ihnen allen an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön - dazu beigetragen, dass ein schier unerschöpfliches Sortiment zusammengekommen ist, das nun auf der 10. Würselener Bücherbörse am 3. März zu moderaten Preisen angeboten wird und für Interessenten bereitsteht. Stöbern also lohnt sich. Garantiert!
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