Umweltzonen in NRW: 2011 weitere Einschränkungen

Von: dapd-nrw
Letzte Aktualisierung:
Umweltzone
Die ersten Umweltplaketten für Fahrzeuge in deutschen Städten sind vor zwei Jahren ausgegeben worden. Foto: dpa

Düsseldorf. Autofahrer in Nordrhein-Westfalen müssen sich im kommenden Jahr auf weitere Einschränkungen in den städtischen Umweltzonen einstellen. Betroffen sind unter anderem Düsseldorf, Krefeld, Wuppertal und zahlreiche Städte im Ruhrgebiet.

In Düsseldorf, wo es seit Februar 2009 eine Umweltzone gibt, werden ab März die Regelungen verschärft. Auch dort wird dann nur noch mit gelben und grünen Plaketten eine Fahrt durch die Innenstadt möglich sein. Für Fahrzeughalter mit einer roten Plakette wird die Umweltzone hingegen gesperrt. Zunächst sollte die Verschärfung bereits zum Jahresbeginn in Kraft treten. Oberbürgermeister Dirk Elbers (CDU) und die Düsseldorfer Regierungspräsidentin Anne Lütkes (Grüne) einigten sich allerdings auf einen späteren Zeitpunkt. Auch in Neuss wird ab 1. März eine entsprechende Beschränkung gelten.

Im Krefelder Stadtgebiet wird ab 1. Januar ein entsprechendes Gebiet eingerichtet - mit verschärften Bedingungen. Nach Angaben der Stadtverwaltung gelten für Kraftfahrzeuge ohne oder mit roter Plakette Fahrverbote. Lediglich mit gelben und grünen Feinstaubplaketten darf künftig in der Umweltzone gefahren werden.


Änderungen auch in Wuppertal

Autofahrer in Wuppertal müssen im kommenden Jahr ebenfalls mit Änderungen beim Thema Umweltzonen rechnen. Die Bezirksregierung Düsseldorf strebt ein Fahrverbot für Kraftfahrzeuge mit roten Plaketten an. Stichtag soll der 1. März sein. Derzeit laufen allerdings noch die Gespräche mit der Stadtverwaltung, sagte ein Sprecher der Bezirksregierung. Seit Mitte Februar 2009 gibt es in der Stadt eine Umweltzone.

Im Ruhrgebiet ist die Situation noch unklar. In zahlreichen Städten - darunter Duisburg, Essen, Gelsenkirchen und Oberhausen - waren im Oktober 2008 die Umweltzonen in Kraft getreten. Nun sollen im Laufe des Jahres die Ergebnisse der Luftreinhaltepläne ausgewertet werden. Offen ist dabei, ob es zu einem Fahrverbot von Fahrzeugen mit roten Plaketten kommen wird.

Ausnahmen für Handwerker

Die Arnsberger Bezirksregierung - in deren Bereich die Umweltzonen in Dortmund und Bochum liegen - wird in der ersten Jahreshälfte eine Evaluierung der bisherigen Maßnahmen vorlegen. „Wir haben eine positive Entwicklung”, sagte Sprecher Jörg Linden. Vor allem auf der 300 Meter langen Dortmunder Brackeler Straße, wo anders als im restlichen Stadtgebiet ein Fahrverbot für rote Plaketten gilt, machten sich die Vorschriften bemerkbar. Wurden dort 2008 noch an 81 Tagen die Grenzwerte bei der Feinstaubbelastung überschritten, waren es in diesem Jahr bis zum Anfang der Woche lediglich 26 Tage. Die EU erlaubt den Kommunen pro Jahr 35 Tage, an denen der Mittelwert von 50 Mikrogramm Feinstaubpartikel pro Kubikmeter Luft überschritten werden darf.

Die zum Jahresende auslaufenden Ausnahmeregelungen für Handwerker in NRW werden bis Ende Juni 2011 verlängert. Damit dürfen Fahrzeuge mit einem Handwerkerausweis weiterhin auch ohne Plaketten in Umweltzonen fahren. Umweltminister Johannes Remmel (Grüne) hatte sich zusammen mit dem Westdeutschen Handwerkskammertag auf diese Regelung geeinigt. Für die Zeit danach sollen neue Ausnahmen gelten. Mit einer speziellen Fuhrparkregelung sollen zudem Anreize zur Modernisierung der Fahrzeugflotten erhöht werden.

Der Allgemeine Deutsche Automobil-Club (ADAC) kritisiert die nun anstehenden Verschärfungen in den Umweltzonen. „Das macht überhaupt keinen Sinn und ist unverhältnismäßig”, sagte die Sprecherin des ADAC Köln, Jacqueline Grünewald. Die Kommunen würden durch EU-Vorschriften und die Bezirksregierungen zu den Schritten gezwungen. Statt Autos aus den Umweltzonen zu verbannen, müssten andere Lösungen her. Dazu zählten ein umfangreicher Ausbau des Öffentlichen Personennahverkehrs sowie intelligente Ampelschaltungen und Verkehrsführungen.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert