Trotz verlorener Beweisstücke: Haftstrafe für Bankräuber

Von: Wolfgang Schumacher
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Aachen. Mit sechs Jahren Haft ist der 32-jährige Dan D. als Mittäter bei einem Bankraub 2002 in Selfkant-Höngen besser davongekommen, als der Staatsanwalt das beabsichtigt hatte.

Die Aachener Anklagebehörde wollte D. für acht Jahre hinter Gitter sehen. Schließlich ging es um einen brutalen Bankraub, bei dem vier Mitglieder einer damals landesweit operierenden rumänischen Bande in der Raiffeisenkasse stattliche 694.000 Euro erbeuteten.

Morgens gegen 8.40 Uhr, so Richter Harald Brandt als Vorsitzender der 8. Großen Strafkammer am Aachener Landgericht, kamen die vier Täter maskiert durch den Personaleingang. Zugang verschafften sie sich mit einem Brecheisen, das sie bereits 16 Tage zuvor bei einem „Überfall nach gleichem Muster” (Brandt) auf die Bankfiliale in Monschau-Kalterherberg benutzt hatten.

Sie bedrohten mit ihren Waffen - zu Gunsten des Angeklagten ging das Gericht von Pistolenattrappen aus - das Personal. Der Chef der Bank wurde an der Krawatte zum Tresor geschleift.

Zum Verhängnis wurde dem jetzt verurteilten Rumänen seine freiwillige Zustimmung zu einer DNA-Probe, nachdem er 2008 wieder nach Deutschland einreiste. Bei der Einreise wurde ein illegales Scheckkartenlesegerät bei ihm entdeckt. Als man die DNA-Probe ins Zentralregister einstellte, gab es den Treffer. Die 2002 im Fluchtauto gefundenen Stoffreste wiesen die Merkmale von D. auf und auch am Türgriff des Fluchtautos fand man übereinstimmende DNA.

Dass die Stoffreste mit der anhaftenden DNA inzwischen nicht mehr aufzufinden waren, spielte keine Rolle: Richter Brandt: „Hätten wir seine DNA nur an einer Stelle gefunden”, so der Richter, dann wäre die Beweislage wohl schwierig geworden. So aber beweisen Spuren an zwei Stellen, dass der 32-Jährige mit drei weiteren Tätern im Fluchtauto war - einer von ihnen ist verurteilt, die beiden weiteren sind heute noch unbekannt.
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