Trommsdorff: 13 Verfahren gegen Bußgeld eingestellt

Von: Marlon Gego
Letzte Aktualisierung:
trommsdorff_bu
Im Visier der Staatsanwaltschaft: der Pharmaproduzent Trommsdorff in Alsdorf. Foto: Stefan Schaum

Aachen. Im Zuge der Ermittlungen gegen den Alsdorfer Pharmahersteller Trommsdorff hat die Aachener Staatsanwaltschaft die ersten Verfahren gegen Zahlung eines Bußgeldes eingestellt. Das bestätigte Oberstaatsanwalt Robert Deller am Montag auf Anfrage.

Die Einstellungen betreffen 13 Pharmareferenten der Firma Trommsdorff, gegen 73 weitere wird ebenso noch ermittelt wie gegen bislang 482 Ärzte und einige leitende Trommsdorff-Angestellte. Die Aachener Staatsanwaltschaft ermittelt seit mehr als einem Jahr im Fall Trommsdorff wegen Untreue bzw. Anstiftung zur Untreue.

Das Alsdorfer Pharmaunternehmen hat bis ins Jahr 2007 hinein Ärzte für das Verschreiben seiner Medikamente mit Elektrogeräten oder Bargeld nach einem sehr genau ausgearbeiteten System belohnt, obwohl die 1. Kammer für Handelssachen dss Landgerichts Aachen dies dem Unternehmen bereits im Juni 2006 untersagt hatte (Az. 41 O 6/06). Die Ärzte konnten einfach aus einer Liste auswählen. Je mehr Medikamente sie verschrieben, desto wertvoller die Belohnung.

Dass nun Verfahren eingestellt worden sind, hat laut Robert Deller in erster Linie damit zu tun, dass in diesen 13 Fällen mit oben beschriebener Praxis „keine exorbitant hohen Beträge erwirtschaftet worden” seien und daher nur „ein geringes Verschulden festzustellen” sei. Das öffentliche Interesse an einer Strafverfolgung sei durch die Zahlung der Geldbußen abgegolten. Zur Höhe der verhängten Bußgelder wollte Deller keine Angaben machen. Damit sei jedoch erst „ein kleiner Teilbereich der Vorgänge erledigt”, sagte Deller.

Wenigstens 22 regionale Ärzte

Indes ist es nicht ausgeschlossen, dass sich die Zahl der Ärzte, gegen die die Aachener Staatsanwaltschaft ermittelt, noch drastisch erhöht. Deller sprach von „einer möglichen höheren Anzahl, auf die sich die Ermittlungen ausweiten könnten”. Gegen wie viele Ärzte aus den Kreisen Düren, Heinsberg, Aachen und der Stadt Aachen ermittelt wird, dazu kann Deller „aus organisatorischen Gründen im Moment keine Angaben machen”.

Aus Trommsdorff-internen Unterlagen, die dieser Zeitung vorliegen, geht hervor, dass wenigstens 22 Ärzte aus der Region betroffen sind. Die ersten Strafverfahren gegen Ärzte, bestätigte Deller, seien bereits eingeleitet worden.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert