Aachen/Würselen - Tödlicher Streit in Obdachlosenunterkunft: 41-Jähriger vor Gericht

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Tödlicher Streit in Obdachlosenunterkunft: 41-Jähriger vor Gericht

Von: Janou Müller-Beuermann
Letzte Aktualisierung:

Aachen/Würselen. Ein 41 Jahre alter Mann aus Würselen muss sich seit Mittwoch vor dem Landgericht Aachen für den Tod eines 50 Jahre alten Bekannten verantworten.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Beschuldigte psychisch krank ist und deshalb am 29. Januar im Zustand der Schuldunfähigkeit auf das Opfer losging. In der Anklageschrift heißt es, in einer Würselener Obdachlosenunterkunft an der Neustraße sei es nach gemeinsamem Alkoholkonsum zu einem Streit gekommen.

Der Beschuldigte habe sich wegen seiner wahnhaften Vorstellungen plötzlich bedroht gefühlt und den 50-Jährigen massiv getreten und geschlagen.

Zuletzt sei der Beschuldigte gezielt auf den Oberkörper des bereits am Boden liegenden Opfers gesprungen. Hierbei seien unter anderem dessen Unterkiefer, Kehlkopf, Brustbein und einige Rippen gebrochen.

Es sei zu einem Riss der Leber, der rechten Lungenvene und am Ende zu einem tödlichen Kreislaufzusammenbruch gekommen.

Sicherungsverfahren

In seiner Einlassung vor Gericht sprach der Beschuldigte von Notwehr. Das spätere Opfer sei aggressiv gewesen, habe unablässig von einem Amoklauf gesprochen. Der Mann sei ihm unheimlich gewesen. Dann sei der Mann mit zwei abgebrochenen Flaschenhälsen und einer Todesdrohung auf ihn losgegangen. Er habe sich in Panik gewehrt. Auf die Frage, ob ihm die Tat heute leid tue, antwortete der Beschuldigte ausweichend: „Ich hätte es nicht vermeiden können”. Er habe sich den Mann nur „vom Leib gehalten”.

Zeugen beschrieben das Opfer als „lustigen und friedlichen Zeitgenossen”. Dagegen habe der Beschuldigte schon hin und wieder merkwürdige Dinge geredet. Der 41-Jährige ist seit dem 31. Januar vorläufig in den Rheinischen Kliniken Bedburg-Hau untergebracht.

Hier werde er medikamentös behandelt, sagte er vor Gericht. Er selbst sehe sich nicht als schizophren an, sondern als depressiv. Er habe in der Vergangenheit in depressiven Phasen immer einen Joint geraucht und sich dann wieder gut gefühlt. Das Sicherungsverfahren gegen ihn soll kommende Woche zu Ende gehen.
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