Tödliche Tat: Minister stärkt JVA-Leitung

Von: Stephan Mohne
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Neue Vorwürfe gegen Aachener JVA-Leitung: Während seines Hafturlaubs im Sommer prügelte Markus J. einen Menschen zu Tode. NRW-Justizminister Thomas Kutschaty (SPD) stärkte am Mittwoch vor dem Rechtsausschuss des Landtags der JVA-Leitung den Rücken. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Markus J. und seine beiden Kumpane sollen im Sommer in Aachen immer wieder zugetreten haben, als der 42 Jahre alte Alois B. längst bewusstlos am Boden lag. Er starb wenig später. Der 28-Jährige J. saß zu diesem Zeitpunkt in der Aachener JVA , ihm war kurz vor seiner Entlassung Hafturlaub gewährt worden.

War das ein folgenschwerer Fehler der JVA-Verantwortlichen? Eine Untersuchung des Justizministeriums ist zu dem Schluss gekommen, dass dies nicht der Fall war. Von fünf Referaten waren vier dieser Meinung. Deswegen hat NRW-Justizminister Thomas Kutschaty (SPD) am Mittwoch vor dem Rechtsausschuss des Landtags personelle Konsequenzen in Aachen ausgeschlossen.

CDU-Vertreter Peter Biesenbach hatte die Ablösung der JVA-Leitung gefordert, nachdem sich in den vergangenen Jahren die Vorfälle in dem Großgefängnis gehäuft hatten: „Der Fisch stinkt vom Kopf. Da müssen Sie anfangen”, sagte er Richtung Kutschaty. Dieser allerdings stellte fest, der Hafturlaub von J., der eine lange gewalttätige „Karriere” hinter sich hat, sei gut vorbereitet und richtig gewesen. Eine solche Maßnahme sei immer eine schwierige Gratwanderung: „Würden Gefangene unvorbereitet wieder in Freiheit entlassen und geschieht dann eine Straftat, würde zu Recht die Frage gestellt, ob der Vollzug seinen Resozialisierungsauftrag nicht nachgekommen ist."

Kritik gab es seitens Ministers an der JVA dahin gehend, dass der Haftverlauf von Markus J. nicht lückenlos dokumentiert worden war.
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