Herzogenrath - „Time 2 Talk”: Die „guten Jungs” mit feinem Charakter

„Time 2 Talk”: Die „guten Jungs” mit feinem Charakter

Von: Holger Richter
Letzte Aktualisierung:
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Die Multitalente der Alemannia: Marco Höger und Tobias Feisthammel (von links) sowie Tolgay Arslan und Peter Hyballa (von rechts) können nicht nur mit dem großen Leder auf dem Rasen und dem kleinen Ball beim Kickern, sondern auch mit dem Mikrofon umgehen. Das bewiesen sie bei „Time 2 Talk” im Gespräch mit den Moderatoren Achim Kaiser und Bernd Büttgens (Mitte, von links). Foto: Martin Ratajczak

Herzogenrath. Wenn sich eine Fußball-Talkshow zu einem Hochfest der guten Charaktereigenschaften entwickelt, dann spricht das sehr für die eingeladenen Gäste. Bei „Time 2 Talk”, der Alemannia-Gesprächsrunde der „Nachrichten”, hatten die Moderatoren Achim Kaiser und Bernd Büttgens am Mittwochabend eine gute Wahl getroffen.

Denn mit Tolgay Arslan, Tobias Feisthammel, Marco Höger und Peter Hyballa hatten sie vier ganz feine Charaktere in den gut besuchten Sportpark Kohlscheid nach Herzogenrath eingeladen.

Den Beweis lieferte der Cheftrainer höchstpersönlich, denn über seine drei jungen Spieler sagte Peter Hyballa nach deren Premiere auf der „Time 2 Talk”-Bühne: „Sie sind professionell, charmant, witzig, manchmal hitzig. Kurz gesagt: Das sind gute Jungs.” Und mit einem Augenzwinkern betonte Hyballa, dass er mitnichten von sich selbst gesprochen habe, „denn ich bin ja eher ruhig und seriös”, sagte der 35-Jährige unter dem Gelächter der Zuschauer, die ihn in seinem ersten Jahr auf der Alemannia-Trainerbank eher als Heißsporn kennengelernt haben.

Der HSV entscheidet

Ähnlich gut aufgelegt wie ihr Trainer, hatte sich zuvor auch das junge Spieler-Trio präsentiert. So stellte Tolgay Arslan gleich zu Beginn fest, dass er trotz des parallel laufenden Bundesligaspiels zwischen dem Hamburger SV und dem FC St. Pauli lieber Gast bei „Time 2 Talk” sei, obwohl die Alemannia den 20-Jährigen ja nur für ein Jahr vom HSV ausgeliehen hat.

Ohnehin gefalle es ihm in Aachen sehr gut. „Wir haben eine junge Mannschaft, da findet man sich als junger Spieler auch gleich gut zurecht.” Und wenn´s nach ihm geht, dann würde er sich gerne noch länger am Tivoli heimisch fühlen. „Fakt ist, dass der HSV bestimmen kann, was mit mir im Sommer passiert. Wenn er mich zurückhaben will, dann muss ich gehen”, blickte er auf seine Vertragssituation, „aber ich würde auch gerne in Aachen bleiben.”

Schnell wohlgefühlt am Tivoli hat sich im vergangenen Sommer auch Tobias Feisthammel. Seitdem hat der 22-Jährige keine einzige Pflichtspielminute verpasst. „Als neuer Spieler versucht man natürlich immer, so viele Spiele wie möglich zu machen, aber dass es so gut für mich laufen würde, damit habe ich natürlich nicht gerechnet.” Seinen persönlichen Saisonhöhepunkt hat er wie viele andere auch beim 0:4 im Pokal gegen den FC Bayern erlebt. „Es war schon toll, die Ballsicherheit und die Klasse der Bayern zu bewundern, aber das lag auch an uns, weil wir sie nicht genug unter Druck gesetzt haben.” An seine vergebene Kopfballchance habe er noch einige Male in der Nacht danach gedacht, räumte er ein.

„Wenn Feisti getroffen hätte”

Damit war er nicht allein. „Wenn Feisti getroffen hätte”, erinnerte sich auch Marco Höger an die große Ausgleichschance, „wer weiß, wie es dann ausgegangen wäre.” Er selbst denkt daher auch lieber an das Pokalspiel gegen Eintracht Frankfurt, „weil wir das gewonnen haben”. Aber mit den Erfahrungen aus dem Bayern-Spiel könne die junge Mannschaft reifen. Vielleicht zahlt sich das ja schon in den restlichen zwölf Ligaspielen aus, denn für den Rest der Saison hat sich der 21-Jährige noch einiges vorgenommen: „Wir wollen noch so weit nach oben wie möglich klettern und uns in der oberen Tabellenhälfte festsetzen.”

An das Bayern-Spiel und vor allem an seinen großen Trainerkollegen Louis van Gaal erinnerte sich auch Peter Hyballa gerne. „Ich fand ihn sehr sympathisch. Vor der Pressekonferenz haben wir auf Niederländisch etwas geplaudert. Dabei habe ich ihm mein Buch geschenkt”, verriet Hyballa, dessen Mutter Niederländerin ist und der ein Buch über den holländischen Fußball geschrieben hat. „Das muss er vor der Niederlage der Bayern gegen den 1.FC Köln wohl verlegt haben”, vermutete Hyballa verschmitzt.

Einen Wunsch gab Hyballa den Zuschauern schließlich noch mit auf den Heimweg: „Gegen die Bayern haben wir erlebt, wie toll die Stimmung in einem vollen Tivoli ist. Und das wünsche ich mir auch im Ligaalltag”, sagte er und versprach: „Mit einer Riesenstimmung im Stadion spielt unsere Mannschaft auch besser.”
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