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Thronwechsel: Mitfeiern in Maastricht und Sittard

Von: Claudia Schweda
Letzte Aktualisierung:
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Willem-Alexander und Máxima als Dekorationsartikel fürs heimische Wohnzimmer: Die Auswahl auch an verrückten Artikeln in den niederländischen Geschäften ist groß, damit heute das ganze Land in den Farben des Hauses Oranje-Nassau erscheint. Foto: Schweda

Kerkrade/Valkenburg/Sittard. Die Niederländer haben sich einiges einfallen lassen, um den Wachwechsel im Königshaus gebührend zu feiern. In Valkenburg können sich Fans den neuen König förmlich auf der Zunge zergehen lassen.

Die alteingesessene Bäckerei Botterweck im Zentrum der Touristenstadt hat aus Anlass der Krönungsfeierlichkeiten eigens ein „Koning-Willem-Alexander-Ijs“ entworfen. Stracciatella-Eis mit einer fruchtigen Soße in Orange. Dass das Eis nicht komplett in knalligem Orange daherkommt, spricht für einen ungewöhnlichen Eismacher. Denn er stellt sich damit offen gegen ein ansonsten ungeschriebenes Gesetz.

Die Farbe des Hauses Oranje-Nassau dominiert ausnahmslos noch den verrücktesten Artikel zum heutigen „Koninginnedag“. In den Geschäften sieht es so aus wie vor einem Karnevalsfest, an dem nur eine Farbe erlaubt ist: selbst Strumpfhosen, Flip-Flops, Riesenbrillen, Kondome, Perücken, Haarspray, Fingernägel, Laternen, Tassen, Haarreifen und Tischsets – alles ist orange. Es gibt „Konings Koffie“, das Klopapier lockt mit „Win en Koningsfeest“ und die Verkäuferinnen laufen mit einer Schärpe durch die Gänge. Selbst „Oranje­friets“ soll es in einigen Frittenbuden geben – an welchen in Limburg, war am Montag allerdings auf die Schnelle nicht herauszufinden.

Neben solch’ verrückten Ideen werden die Niederländer am Dienstag zeigen, wie kinderfreundlich sie sind. Denn das Mindeste, was selbst in kleineren Gemeinden wie Vaals, Brunssum oder Eygelshoven geboten wird, ist ein Kinderfest. Die großen Feiern dagegen finden in Sittard und Maastricht statt. Wer zum Einkaufen in die Niederlande fahren möchte, sollte sich besser einen anderen Tag aussuchen, denn grundsätzlich ist der heutige „Koninginnedag“ ein Feiertag wie Weihnachten. Es gibt nach Angaben des Tourismusverbandes VVV Geschäfte in Gulpen, Heerlen, Maastricht, Sittard, Vaals und Valkenburg, die öffnen. Aber welche das sind und wann das sein wird, weiß niemand genau.

20 Bühnen in der ganzen Stadt

Wer über die Grenze fährt, sollte einfach mitfeiern. Maastricht erwartet Zehntausende Gäste. Angekündigt ist, dass ein wahres Pop-Festival die Stadt in Orange färben wird. „Was Den Haag und Amsterdam können, kann Maastricht auch“, verspricht Appie Weijers, Organisator des kostenlosen Festivals. An 20 verschiedenen Spielstätten in der ganzen Stadt werden Bands und DJs auftreten – von Singer-Songwriter bis hin zu Funk, Soul, Blues, Pop, Rock, Rock‘n Roll, Elektro. Dazu kommt auf dem Vrijthof und im Stadtpark ein Musik- und Unterhaltungsprogramm für die ganze Familie.

Von den Krönungsfeierlichkeiten selbst verpassen Besucher nichts: Die Highlights werden auf eine Großbildleinwand auf dem Vrijt­hof übertragen. Maastricht schließt die Feiern um 22 Uhr mit einem Feuerwerk am Maasufer (Griend) ab. In Heerlen wird ebenfalls ab 22 Uhr ein Feuerwerk vor der Kulisse von Schloss Hoensbroek abgefeuert.

Eine Großbildleinwand hängt auch in Sittard im Stadtpark, in dem mindestens 10.000 Menschen erwartet werden. Dort wird von 10 bis 18 Uhr mit Musik, Spielen und Aktionen gefeiert – bis 16 Uhr für Kinder, danach für junge Erwachsene. Wer dem neuen Königspaar eine Videobotschaft zukommen lassen möchte („Was ich mir wünsche...“), kann das dort tun und dafür auf einem orangen Thron Platz nehmen. Das Oranjekomitee organisiert einen Markt mit Kunst und Musik in der Altstadt.

Ob die Polizei in Limburg ernsthaft mit Gegnern des Königshauses beschäftigt sein wird, die T-Shirts mit der Aufschrift „Ik Willem niet“ tragen wollen, ist eher unwahrscheinlich. Ein Ausnahmetag für die Sicherheitskräfte ist es dennoch: Weil ganze Einheiten zur Krönung nach Amsterdam abgeordnet werden mussten, wurde eine Urlaubssperre verhängt. „Wir haben einfach mehr Leute im Dienst“, sagt eine Sprecherin der Limburger Polizei.

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