Aachen - Thalys reißt Oberleitung ab: Strecke nach Belgien blockiert

Thalys reißt Oberleitung ab: Strecke nach Belgien blockiert

Von: Ulrich Simons
Letzte Aktualisierung:
Thalys
Ein französischer Thalys hat sich am Sonntagmorgen beim Verlassen des Aachener Hauptbahnhofs am anstieg zum Ronheider Buschtunnel einen Stromabnehmer abgerissen und dabei auch die Oberleitung beschädigt. Foto: Ratajczak

Aachen. Der Thalys auf dem Weg von Köln nach Paris hält in Aachen genau drei Minuten. Normalerweise. Am Sonntag wurden für die 150 Fahrgäste an Bord des französischen Hochgeschwindigkeitszuges vier Stunden daraus.

Bei der Ausfahrt aus dem Aachener Hauptbahnhof hatte sich der Thalys kurz nach halb neun einen Stromabnehmer beschädigt und die Oberleitung zerlegt. Bis in den Nachmittag hinein war die Eisenbahnstrecke von und nach Belgien unterbrochen. Reisende mussten zwischen Aachen und Welkenraedt auf Busse umsteigen.

Wie jeden Morgen hatte der dunkelrote Thalys 9418 um 8.23 Uhr den Aachener Hauptbahnhof verlassen und nahm gerade Anlauf für die Ronheider Steilrampe hinauf zum neuen Buschtunnel. Er kam diesmal nicht weit.

Kurz hinter der Fußgängerbrücke an der Kamper Straße gab es einen kurzen Ruck am Stromabnehmer, ein Fahrdraht landete auf dem Dach und brutzelte mit seinen 3000 Volt ein ordentliches Loch in die Dachhaut des schnellen Franzosen.

Mit dem, was an Schwung noch übrig war, schaffte der Zug es noch bis in Höhe des Martelenberger Weges - dort blieb er dann saft- und kraftlos liegen.

Für die rund 150 Fahrgäste an Bord begannen unbequeme Stunden. Denn mit dem Antrieb war auch die Klimaanlage an Bord ausgefallen. Zwar bemühte sich das Zugpersonal, mit von Hand geöffneten Türen den Aufenthalt etwas komfortabler zu gestalten, doch mit fortschreitender Uhrzeit wurde die Luft, die durch die Türen hereinkam, immer wärmer.

Ein Verlassen des Zuges auf offener Strecke wäre aus Sicht der Bahn zu gefährlich gewesen, auch wenn es nur ein paar hundert Meter zurück zum rettenden Bahnhpf waren.

Während der Strom komplett abgeschaltet und die Oberleitung geflickt wurde, zogen zwei schwere Dieselloks den Havaristen zunächst die Ronheider Rampe hinauf bis kurz vor den neuen Buschtunnel. Dort wechselt der Thalys mithilfe einer Weiche auf das Parallelgleis in Fahrtrichtung Aachen und fuhr wieder zum Aachener Hauptbahnhof zurück.

Hier durften die Passagiere dann endlich aussteigen - um 12.30 Uhr, ziemlich exakt vier Stunden nach der Abfahrt.

Züge aus Belgien endeten fast den ganzen Tag über in Welkenraedt, in Gegenrichtung war im Aachener Hauptbahnhof Endstation. Zwischen beiden Bahnhöfen wurde ein Ersatzverkehr mit Bussen eingerichtet.

Gegen 15 Uhr wurde die Strecke Richtung Belgien wieder in beide Fahrtrichtungen freigegeben.
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