Monschau - Thai-Band probt für World Music Contest: Anwohner rufen Polizei

Thai-Band probt für World Music Contest: Anwohner rufen Polizei

Von: Andreas Gabbert
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Vom Sportplatz des TuRa in Monschau zur Weltmeisterschaft in Kerkrade: Die Blasmusiker aus Thailand waren in Monschau nicht immer gern gesehen. Schließlich konnten sie sich doch mit den Anwohnern verständigen und durften ein paar Stunden für ihren Auftritt proben. Foto: A. Gabbert
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Die Schüler aus Thailand haben nicht nur Musik im Programm: Die Show der Artisten und Fahnenschwenker ist ebenso eindrucksvoll.

Monschau. Das hatten sich über 120 junge Musiker aus Thailand wohl ein wenig anders vorgestellt. Sie waren nach Monschau gekommen, um zu proben und am Wochenende im niederländischen Kerkrade am World Music Contetst (WMC), dem größten Blasmusik-Wettbewerb der Welt teilzunehmen. Doch es wurde eine kleine Odyssee daraus.

Ihr Quartier haben sie in der Jugendherberge Hargard bezogen. Dort wollten sie sich am Mittwoch auf dem Außengelände mit Pauken und Trompeten auf den Wettbewerb einstimmen, um ihren Auftritt den letzten Schliff zu verleihen. Das ging nicht lange gut. Die Anwohner hatten etwas dagegen und wenig Verständnis für die asiatischen Blasmusiker aus der Stadt Chiang Mai.

Also musste eine Alternative her. Der „Wattanothaipayap School Band“ wurde geraten, es doch auf dem Sportplatz des TuRa Monschau an der Flora zu versuchen. Der Verein war bereit zu helfen und stellte den Musikern seinen Platz und das Sportheim für Übungszwecke zur Verfügung. Per Pedes brachten die Musiker ihre Instrumente an die Flora und legten los.

Doch die Freude war nicht von langer Dauer. Nach einigen Stunden hatten die Anwohner dort auch genug Musik gehört. Die Polizei erschien und beendete die Probe. „Sowas muss man als Verein ja unterstützen, dass die Nachbarn belästigt wurden, war nicht unsere Absicht“, sagt Josef Schünemann, der zweite Vorsitzende des TuRa.

Am Donnerstag herrschte erstmal große Ratlosigkeit an der Flora. Wohin jetzt? Von vielen Seiten wurde versucht, den thailändischen Gästen zu helfen. Die Sporthalle der Hauptschule auf der Haag kam für diesen Zweck aber nicht in Frage, weil dort gerade eine Grundreinigung stattfindet. Andere Überlegungen gingen dahin, eine der Grillhütten im Belgenbachtal oder in Mützenich zu nutzen.

Schließlich nahm sich eine junge Frau, die ihren Namen aber nicht in der Zeitung lesen möchte, des Problems an und versuchte zwischen Musikern und Anwohnern zu vermitteln – mit Erfolg. Gemeinsam einigten sich Anwohner und Musiker auf einen Zeitrahmen, den die thailändischen Gäste am Donnerstag zum Proben nutzen dürfen. Dafür bedankten sich die Blasmusiker mit Blumensträußen bei ihren unfreiwilligen Zuhörern. „Wir wären auch gerne mal in Monschau aufgetreten, um uns zu bedanken“, sagt die Lehrerin der Blasmusiker, Montana San-Aroon.

Einen Eindruck vom Können und der Lautstärke der Musiker konnte man sich dann am Nachmittag auf dem Sportplatz machen. Wie Donner hallten die Paukenschläge, an der Eckfahne wurde Trompete gespielt, links hinter dem Tor getrommelt, gegenüber machten sich die Fahnenschwenker für ihr akrobatischen Kunststücke warm, an der Seitenlinie wurde Xylofon gespielt und mitten über den Platz marschierte eine Blasmusikkapelle und spielte dabei den Regimentsmarsch.

Am Samstag werden 60 der thailändischen Schulmusiker in Kerkrade am Marsch-Wettbewerb teilnehmen. Am Sonntag im Show-Wettbewerb treten sie alle gemeinsam auf und werden eine eindrucksvolle Choreographie zum Besten geben. Vielleicht waren in Monschau ja schon die zukünftigen Weltmeister zu erleben.

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