Aachen - Technische Professoren oft aus einfachen Verhältnissen

Technische Professoren oft aus einfachen Verhältnissen

Von: dpa
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Aachen. Dass Professoren größtenteils aus Akademiker- Familien stammen, diesem Vorurteil widerspricht jetzt eine Studie über die Herkunft von Ingenieuren und Informatikern.

Rund 63 Prozent der 189 Professoren an der der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) Aachen seien „soziale Aufsteiger”, mit Eltern ohne einen Studienabschluss.

Das berichtete der Dachverein für Ingenieurswissenschaften und Informatik (4ING) am Dienstag in Aachen. Der Trend zeige aber, dass der soziale Sprung unter jüngeren Professoren abnehme. Laut 4ING ist die Studie repräsentativ für technische Fakultäten bundesweit, das hätten zwei weitere Stichproben ergeben.

„Ingenieurswissenschaften waren immer das Feld der Kinder kleiner Leute”, sagte Manfred Nagl, der Initiator der Studie und emeritierter Professor an der RWTH. Die nachlassende Durchlässigkeit begründete er unter anderem mit insgesamt höheren Abschlüssen in Deutschland.

Allerdings nehme das Interesse der Jugend für technische Berufe ab. Hier sieht Nagl „verborgene Talente”. Gerade auch Migrantenkinder sollten für die Naturwissenschaften begeistert werden. 4ING erwartet in den kommenden Jahren an technischen Hochschulen einen Rückgang der Studentenzahlen. Für Ende Mai ist eine Konferenz zur Nachwuchssuche für Ingenieurswissenschaften in Berlin geplant.

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