Aachen/Köln - „Tatort“ Aachen: Eine tödliche Prügelattacke und Orchestermusik

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„Tatort“ Aachen: Eine tödliche Prügelattacke und Orchestermusik

Von: Robert Baumann
Letzte Aktualisierung:
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Sind laut einer Umfrage das beliebteste und bekannteste Ermittler-Duo bei den Zuschauern: Dietmar Bär, alias Freddy Schenk, und Klaus J. Behrendt als Kommissar Max Ballauf. In ihrem neuen Fall „Prügelknabe“ geht es um Zivilcourage und unterlassene Hilfeleistung. Foto: stock/star-media

Aachen/Köln. Er wird mit einer Tasche voller Kokain erwischt, die ihm nicht gehört, kommt in Untersuchungshaft, greift sich schließlich eine Pistole und flüchtet. Auf seiner Flucht vor der Polizei taucht Kommissar Freddy Schenk, gespielt von Dietmar Bär, auch in Aachen auf beziehungsweise unter.

 In einer Szene der „Tatort“-Folge „Die Frau im Zug“ steht er mitten in der Aachener Innenstadt, im Hintergrund der Dom. Das war im Jahr 2000, der 15. Fall des Kölner Duos. Viele Fälle folgten. Mit dem nächsten „Tatort“ aus Köln feiern Bär und Schauspieler-Kollege Klaus J. Behrendt alias Kommissar Max Ballauf jetzt ein Jubiläum. „Ohnmacht“ ist bereits der 60. Fall der Kölner Ermittler und wird am 11. Mai in der ARD ausgestrahlt.

Unterlassene Hilfeleistung

Zurzeit dreht Bär zusammen mit Behrendt den „Tatort“ „Prügelknabe“ unter der Regie von Andreas Kleinert. Seit Mitte März laufen die Dreharbeiten. „Es geht um Zivilcourage und unterlassene Hilfeleistung“, fasst Behrendt den Inhalt knapp zusammen.

Der neue Fall „Prügelknabe“ des laut einer Umfrage bei den Zuschauern beliebtesten und bekanntesten Ermittler-Duos handelt vom jungen Musiker Daniel Gerber, der zuletzt auf der Straße lebte. Jetzt wurde seine Leiche am Rheinufer gefunden. Offensichtlich war er bereits vor mehreren Tagen brutal zusammengeschlagen worden und dann an seinen inneren Verletzungen gestorben. Die Kommissare Ballauf und Schenk finden schnell heraus, dass sich Gerber kurz vor seinem Tod um einen Job als Pianist in einer Hotelbar beworben hatte. Allerdings gab es dann wohl einen Streit zwischen ihm und drei jungen, feiernden Bankern.

Eine weitere Spur führt die Kommissare zu einem Wohnhaus in der Nähe des vermeintlichen Tatorts. Tatsächlich entdeckt die Spurensicherung im Hausflur einen Blutfleck. Die gefundene DNA stimmt mit der des Opfers überein. Die Bewohner des Hauses erweisen sich jedoch als wenig hilfsbereit. Schenk lässt sich davon nicht beirren: Insbesondere die attraktive, alleinerziehende Kunstprofessorin Claudia Denk, gespielt von Ursina Lardi, hat sein Interesse geweckt. Wieder mit dabei ist auch Joe Bausch als Gerichtsmediziner Dr. Joseph Roth.

Für „Prügelknabe“ drehen die Ermittler einen Tag lang auch im WDR-Funkhaus in der Kölner Innenstadt – zusammen mit Musikern des WDR-Rundfunkorchesters. Denn die Ermittlungen im Fall der am Rheinufer entdeckten Leiche des jungen Musikers führen die Ermittler auch zum Konzert eines Orchesters.

„Wer es war, können wir aber nicht sagen“, scherzt ein gut gelaunter Dietmar Bär am Rande der Dreharbeiten. „Wir müssen geheimnisvoll bleiben, sonst kriegen wir Ärger.“ Sowieso ist die Stimmung der beiden Tatort-Kommissare am Filmset gelöst, beide scherzen miteinander, lachen viel und erfüllen in aller Seelenruhe alle Foto- und Interviewwünsche der zu den Dreharbeiten eingeladenen Journalisten. Und diese offensichtliche Harmonie und gegenseitige Sympathie der beiden Schauspieler ist keinesfalls gespielt. „Wir kennen uns seit 24 Jahren, sind eng miteinander befreundet und treffen uns auch privat“, sagt Bär.

Seit 1997 – ihrem ersten Fall „Willkommen in Köln“ – drehen die Schauspieler zusammen und stellen das Kölner Ermittler-Duo Ballauf/Schenk. Müde sind sie trotz ihrer langjährigen „Ermittlungen“ aber nicht. „Es sind immer wieder andere Fälle und Geschichten, die erzählt werden. Sich damit jedes Mal aufs Neue auseinanderzusetzen, dadurch wächst auch die Figur“, meint Behrendt. Eines fällt den Kommissaren aber doch nicht mehr so leicht. „Die Nacht-Drehtage sind schwieriger durchzustehen als früher“, gibt der 53-jährige Bär zu.

Auf die Erstausstrahlung von „Prügelknabe“ im Fernsehen – für den noch kein Sendetermin feststeht – müssen die beiden Schauspieler nicht warten. Sie bekommen gut einen Monat vor der TV-Premiere den fertigen Film auf DVD. Aber auch „Tatort“-Folgen anderer Ermittler aus anderen Städten verfolgen die beiden. „Ich schaue gerne den Kollegen zu, wie sie die Dinge umsetzen. Und wenn man in die Geschichte hineingezogen wird, denke ich ‚Wow, ist das ein geiles Drehbuch“, sagt der 54 Jahre alte Behrendt.

Im Drehbuch ihres eigenen neuen Falls steht für heute die Szene mit dem WDR-Rundfunkorchester im Kölner Funkhaus. Jetzt, da alle Foto- und Interviewwünsche erfüllt sind, soll es mit den Dreharbeiten hinter den hohen verschlossenen Holztüren des großen Saals losgehen. Auf der Bühne hat sich das Rundfunkorchester schon seit einer halben Stunde warm gespielt und steht bereit für die erste Szene. Für Behrendt kein Grund zur Hektik. „Ich gehe jetzt erst mal eine rauchen“, sagt er nach dem Interviewmarathon und verschwindet durch die Funkhaus-Tür ins Freie.

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