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Tanzschülerinnen doubeln für den Eurovision Song Contest

Von: Christian Wolf, dapd
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Düsseldorf. Um die Mädchen auf der großen Bühne des Eurovision Song Contests bewegt sich ständig eine an dünnen Seilen hängende Kamera. Aus Boxen dröhnt lauter Bass, und auf einer 1000 Quadratmeter großen LED-Leinwand flackern im Hintergrund bunte Farben und Motive auf.

Als Doubles für die eigentlichen Grand-Prix-Teilnehmer treten die Schülerinnen seit Anfang der Woche bei den technischen Proben für die Musikshow in der Düsseldorfer Arena auf. Kamera, Ton und Licht sollen dabei aufeinander abgestimmt werden.

Bis zu 18 Jugendliche aus dem Raum Düsseldorf sind dafür jeden Tag im Einsatz. Sie tanzen zum Rhythmus der Musik, spielen Luftgitarre oder bewegen ihre Lippen zum Playback. „Hauptsache man steht auf dieser tollen Bühne und hat seinen Spaß”, sagt Svetlana Witt. Wie auch die anderen Mädchen ist sie Mitglied einer Tanzschule und wurde vom Allgemeinen Deutschen Tanzlehrerverband für die Proben zum Song Contest ausgesucht.

Anhand von Videoaufnahmen der Grand-Prix-Teilnehmer bereiteten sich die Tanzschüler auf die Aufgabe als Doubles vor. Auch wenn sie dabei lediglich für die Feinabstimmung der Technik auftreten, gehen sie mit großer Ehrfurcht an ihren Einsatz. „Für einen Tänzer ist das echt eine krasse Erfahrung”, sagt Mara Neldner. Ein kleiner Teil eines solch großen Events zu sein, sei ein besonderes Gefühl und eine einmalige Sache. „Das werden wir ganz bestimmt nicht mehr vergessen”, ist sich Mora sicher.

Während sie gerade noch die Schweizer Sängerin Anna Rossinelli darstellte, muss sie gleich für den georgischen ESC-Beitrag auf die Bühne. Der Zeitplan ist eng.

Sänger proben ab 1. Mai

Für die Technikabteilung, in der weit mehr als 100 Menschen arbeiten, bilden die technischen Proben mit den Doubles einen wichtigen Teil der Vorbereitungen auf die größte Musikshow Europas. „In dieser Woche wird alles so eintrainiert, dass der Ablauf bei jedem Stück sitzt und jeder Kameramann weiß, wann er welche Einstellung machen muss”, sagt der stellvertretende Technikleiter Ulrich Flug.

Wenn ab 1. Mai dann die echten Sänger bei den Proben auf der Bühne stehen, müssen sämtliche Einstellungen sitzen. „Damit die Künstler auch sehen, dass ihr Auftritt so dargestellt wird, wie sie es sich vorstellen”, sagt Flug.

Bereits vor Wochen reichten die 43 Delegationen ihre Wünsche für die jeweilige Darbietung ein. Weil bei den Shows nach jedem Auftritt nur 40 Sekunden für den Umbau der Bühne zur Verfügung stehen, konnten allerdings nicht alle Anliegen berücksichtigt werden. Aufwendige Bühnenbauten wurden ebenso abgelehnt wie die Landung eines Fallschirmspringers in der Halle.

Allein die Abteilung Licht arbeitet seit mehr als drei Wochen daran, die 2200 Scheinwerfer in der Halle so zu programmieren, dass jeder Auftritt bestmöglich ausgeleuchtet wird. Dafür wurden Teile der Lichtkonstruktion in verkleinerter Form in Hamburg zur Probe aufgebaut. In Computersimulationen wurden zudem sämtliche Showbeiträge vorprogrammiert.

Anhand der Auftritte der Tanzschülerinnen zeigt sich nun am lebenden Beispiel, wie die am Bildschirm ausgedachten Konzepte in der Realität wirken. An der ein oder anderen Stelle wird dabei auch Verbesserungsbedarf sichtbar. Manche Lieder müssen von den Schülerinnen dann vier oder fünf Mal hintereinander aufgeführt werden.

Im Anschluss werden die Korrekturen direkt eingearbeitet. Spätestens am 10. Mai müssen die Beiträge aller Künstler einstudiert sein. An diesem Abend treten die ersten 19 Halbfinalisten gegeneinander an und kämpfen um einen Startplatz im Finale am 14. Mai.

Die jungen Tänzerinnen wollen sich die Shows, an denen sie mitgewirkt haben, nicht entgehen lassen. „Wir werden sie uns auf jeden Fall angucken”, sagt Svetlana. Aufmerksamer als sonst begutachten sie dann die Auftritte und achten darauf, wie die Profis schlussendlich ihre Songs auf der Bühne präsentieren.
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