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Super C: Eine peinliche Situation

Von: Gerald Eimer
Letzte Aktualisierung:
rwth super c
Renommierprojekt der RWTH: das Verwaltungsgebäude SuperC. Foto: Harald Krömer

Aachen. Auch zweieinhalb Jahre nach Eröffnung des Prestigeobjekts der RWTH, dem „SuperC”, bereitet die Geothermie den Ingenieuren erhebliche Probleme. Bis heute kann der futuristische Hochschulbau nicht wie erhofft mit Erdwärme beheizt werden.

Das Hauptproblem ist, dass das erforderliche Loch in Richtung Erdkern nur bis auf 2000 Meter Tiefe vorangetrieben werden konnte. Die Wassertemperatur dort habe nicht die erforderliche Temperatur, um den extravaganten Bau im Aachener Hochschulviertel am Templergraben zu beheizen. Ursprünglich wollte man bis in 2500 Meter Tiefe vordringen.

Inzwischen hat die Hochschulleitung nach Angaben von Toni Wimmer, Pressesprecher der RWTH, einen unabhängigen Gutachter beauftragt, das Beste aus der peinlichen und ziemlich verfahren wirkenden Situation zu machen. Dessen Aufgaben lauten: Schwachstellen auszumerzen und Umrüstungsvorschläge zu erarbeiten, um möglichst günstig doch noch mit Geothermie heizen zu können.

Die Kosten für das ehrgeizige Geothermie-Vorhaben, das einst als eine Art Vorzeigeprojekt für die Ingenieurskunst an der Exzellenz-Uni gedacht war, belaufen sich nach offiziellen Angaben bislang auf rund fünf Millionen Euro. Doch immer wieder gab es Probleme - mal während der Bohrung, mal bei der Suche nach dem geeigneten Material für das Rohr. Inzwischen konnte zwar eine Sonde eingelassen werden, doch über den Testbetrieb ist sie noch nicht hinausgekommen. Auf seinem langen Weg nach oben kühlt das Wasser aus der Tiefe auf etwa 50 Grad ab - und das ist offenbar zu wenig, um im Winter für wohlige Wärme zu sorgen. Beheizt wird das SuperC daher zurzeit mit Fernwärme.

Nun hofft die Hochschulleitung, dass der externe Gutachter bis April Vorschläge vorlegt, die dem Projekt doch noch zum Erfolg verhelfen. Noch herrsche allenthalben Optimismus vor, mit vertretbarem Aufwand nachbessern zu können. Den kommenden Sommer wolle man für die Umrüstung nutzen, so Wimmer. Die nächste Heizperiode soll dann endlich an der RWTH das Zeitalter der Geothermie einläuten.
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