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Sturmtief „Egon” schlägt zu: Neue Unwetterwarnung

Von: ceb/red
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Auf der Himmelsleiter - hier am Relais Königsberg - staute es sich bereits am Morgen. Foto: Anke Capellmann
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Auch Busse kamen in der Nordeifel nicht mehr durch - so wie hier in Simmerath-Strauch, wo ein Bus sogar in einer Mauer landete. Foto: Peter Stollenwerk
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Selbst die Räum- und Streufahrzeuge hatten mit den Wetterbedingungen zu kämpfen, wie hier in der Eifel. Foto: psm
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Die Straßenmeistereien stellte der plötzliche Wintereinbruch überall in der Region auf eine harte Probe. Foto: Jürgen Lange
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Schon in der Nacht hatten die Mitarbeiter der Räumdienste - wie hier im Roetgener Ortsteil Rott - jede Menge Arbeit mit den Schneemassen. Foto: Anke Capellmann
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Trotzdem kam es zu Behinderungen, wie hier auf der Bundesstraße 258, wo der Verkehr zeitweise stillstand. Foto: Martin Weisgerber

Aachen/Düren/Heinsberg. Stromausfälle, querstehende Lastwagen, ausgefallene Busverbindungen, Unfälle: Sturmtief „Egon” ist am Freitag mit Schnee und Sturm durch die Region gefegt. Betroffen war vor allem die Eifel. Auf der Himmelsleiter stand der Verkehr zeitweise still, der AVV stellte den Busverkehr ein. Im Raum Düren fielen Strom und Ampeln aus. Für den Nachmittag gab es eine neue Unwetterwarnung.

Der vom Deutschen Wetterdienst (DWD) angekündigte Wintereinbruch in der Region wurde in der Nacht Wirklichkeit. Es fielen mehr als zehn Zentimeter Neuschnee, in den Hochlagen der Eifel sogar bis zu 30 Zentimeter. Hinzu kamen teils orkanartige Böen. Spitzenreiter war Hellental mit 25 Zentimeter Neuschnee.

Zwar beruhigte sich das Wetter am Morgen zunächst. Zugleich gab es eine neue Unwettwetterwarnung für die Städteregion Aachen. „Nach einer kurzen Wetterberuhigung am Nachmittag ziehen am Abend neue Schneefälle heran.“ Betroffen seien Höhenlagen über 600 Meter. Am Abend werde auch der Wind auffrischen, dabei träten Böen bis 80 Kilometern pro Stunde auf.

Der in der Nacht gefallene Schnee sorgte in der ersten Tageshälfte überall in der Region für mehr oder weniger starke Behinderungen. Zu starken Problemen kam es am Morgen auf der Bundesstraße 258, der Himmelsleiter, sowie im Bereich zwischen Relais Königsberg und der Autobahnauffahrt Aachen-Lichtenbusch. Dort blieben zahlreiche Lastwagen liegen und blockierten teilweise die Straße. Von den entstandenen Staus waren auch die Ausweichstrecken betroffen, etwa die Trierer Straße zwischen Kornelimünster und Aachen-Brand.

Ein ähnliches Szenario gibt es auf der Bundesstraße 399 bei Kleinhau in Hürtgenwald. Auch dort blockierten liegengebliebene Lastwagen den Verkehr. Nach Angaben der Polizei ist die Straße durch Einsatz des Streu- und Räumdienstes ist die Straße seit rund 7 Uhr wieder befahrbar.

Auch in anderen Teilen der Eifel sind Lastwagen und sogar Fahrzeuge der Räumdienste liegen geblieben. Die Polizei bat alle Lkw-Fahrer, schnellstmöglich die nächsten Parkplätze anzufahren und dort auf Besserung der Bedingungen zu warten.

Auch der Busverkehr kam stellenweise zum Erliegen. Der Aachener Verkehrsverbund AVV twitterte am Morgen, dass keine Busse mehr von Aachen in die Eifel und zurück führen. Ein Sprecher sagte gegenüber unserer Zeitung, man wolle versuchen, bis zum Nachmittag die Busse zumindest wieder bis Roetgen fahren zu lassen. Darüber hinaus erlaubten die Straßenverhältnisse keinen Busbetrieb mehr. Gegen 14 Uhr nahmen die Regionallinien 66, SB63 und 68 den Betrieb in Richtung Eifel wieder auf.

In Aachen blieben am Vormittag reihenweise volle Mülltonnen stehen. Der Stadtbetrieb kündigte an, die abgebrochenen Entsorgungsfahrten am Montag fortzusetzen.

In der Städteregion und im Kreis Düren kam es zu kleineren Unfällen mit Sachschäden. Schwere Unfälle sind bisher nicht gemeldet.

In Düren und der Gemeinde Niederzier kam es nach Auskunft der Polizei am frühen Morgen zu Stromausfällen. Davon sind auch zahlreiche Ampelanlagen betroffen. Grund war ein Trafoausfall in Dahlem, der wiederum auf eine defekte Stromleitung zurückging.

Auch aus der Städteregion Aachen wurden mehrere ausgefallene Ampeln gemeldet. Die Polizei riet an den Kreuzungen zu besonderer Vorsicht. Die Wartungsfirmen seien an der Arbeit.

Der Kreis Heinsberg blieb vom Unwetter weitgehend verschont. Die Straßen konnten größtenteils störungsfrei geräumt werden.

Auch in den übrigen Flachlagen der Region blieb ein Verkehrschaos weitgehend aus. Der Aachener Busnetzbetreiber Aseag vermeldete auf Twitter kleinere Verspätungen.

Schneefälle sorgen auch in Belgien für Verkehrsstörungen. Insbesondere im Süden und Osten des Landes kam es am Freitagmorgen zu Verzögerungen, wie der Sender RTBF meldete. In der Region von Lüttich, nahe der deutschen Grenze, wurden Autobahnabschnitte für Lastwagen mit mehr als 13 Metern Länge gesperrt.

Auch der Busverkehr war in der Provinz Lüttich am Morgen beeinträchtigt. Insgesamt 34 Buslinien mussten wegen des Schnees stehen bleiben, wie die belgische Tageszeitung Grenzecho berichtete. Im Zugverkehr kam es dagegen kaum zu Verspätungen.

In Eupen musste die Müllsammlung witterungsbedingt in Kettenis und in der Unterstadt ausfallen. In einer Mitteilung der Stadt hieß es, die Sammlung würde am Montag nachgeholt, sollte sich die Wetterlage am Wochenende entspannen.

Bei der Bahn stürzte ein Baum auf ein Gleis zwischen Gerolstein und Birresborn in der Eifel und behinderte den Zugverkehr. Verspätungen gab es in der Region auch auf den Strecken Köln-Gerolstein-Trier und Köln-Kall. Im Münsterland beinträchtigte das Winterwetter den Verkehr auf der Strecke Enschede-Coesfeld- Dortmund. Auch bei Bonn störte ein umgestürzter Baum den Regionalverkehr. Bei Düsseldorf sorgte ein Schaden an der Oberleitung zwischen 5 und 6 Uhr für mehrere Zugausfälle.

An den Flughäfen Düsseldorf und Köln/Bonn startete der Flugverkehr am Morgen ohne Probleme. „Hier ist alles grün”, sagte ein Sprecher des Düsseldorfer Airports. In Köln/Bonn hieß es am Morgen: „Ganz normaler Winterbetrieb, Start- und Landebahn sind frei.”

Was den Rest Nordrhein-Westfalens betrifft, hatte Sturmtief „Egon” es noch im Sauerland kräftig schneien lassen. Während es in weiten Teilen von Rheinland und Ruhrgebiet nahezu schneefrei blieb, bekam auch das Münsterland ordentlich Schnee ab.

Landesweit wurden der Landesleitstelle Verkehr in Duisburg bis 10 Uhr 310 witterungsbedingte Verkehrsunfälle bekannt. Dabei wurden sieben Menschen schwer verletzt, weitere 27 kamen mit leichten Verletzungen davon, wie eine Sprecherin berichtete.

Nach starken Schneefällen sperrte die Polizei die A4 bei Engelskirchen in Richtung Olpe. Mehrere Lastwagen mit Sommerreifen hatten sich an Steigungsstrecken festgefahren. Die Sperrung sollte bis zum Mittag dauern.

Auch auf der Sauerlandlinie A45 bereitete der Schnee den Lastwagenfahrern erhebliche Probleme. Zeitweise empfahl die Polizei den Fahrern, den nächstgelegen Parkplatz anzusteuern. Zwischen Lüdenscheid und Freudenberg bei Siegen lag eine geschlossene Schneedecke auf der Fahrbahn. Mehrere Auffahrten waren für Lastwagen nicht mehr passierbar. Im Münsterland musste die A30 bei Rheine in Richtung Niederlande gesperrt werden, weil sich auf verschneiter Straße ein Lastwagen quergestellt hatte.

Derweil gab es mancherorts auch lange Gesichter. „Papa, du hast Schnee versprochen”, hörte am Morgen ein Familienvater im nahezu schneefrei gebliebenen Düsseldorf. In Essen wurden aufwendig geplante Zu-Fuß-Gemeinschaftswege zur Schule wieder abgesagt, nachdem der Bus so fuhr wie immer. In den Skiorten wiederum kam der Schnee gut an. Am Vormittag hatten etwa in der Wintersport-Arena Sauerland 47 Lifte geöffnet. 170 Kilometer Loipen waren gespurt.

Auf dem Kahlen Asten lagen am Morgen bereits fast 40 Zentimeter Schnee. Eine Meteorologin berichtete von einzelnen orkanartige Böen mit mehr als 100 Stundenkilometern. „Es schneit immer noch”, sagte sie.

Der Deutsche Wetterdienst warnte für weite Teile von Sauer- und Siegerland auch für Freitagnachmittag noch vor starkem Schneefall und Schneeverwehungen.

Am Wochenende soll es „unbeständig winterlich” bleiben. Immer wieder müsse mit Schneeschauern gerechnet werden, warnte der DWD. Mit etwas Glück komme in Nordrhein-Westfalen vereinzelt für wenige Stunden die Sonne durch, ansonsten bleibe das Wochenende aber eher wolkig.

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