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Stunksitzung: Kabarettist nennt Papst „Schwuchtel”

Von: may
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Köln/Berlin. Ein Sketch des Klever Kabarettisten Bruno Schmitz bei der Kölner Stunksitzung hat Empörung bei CDU und CSU ausgelöst.

Die Darstellung von Papst Benedikt XVI. und Kardinal Meisner als „Schwuchteln” sei „niveaulos und absolut primitiv”, sagte Martin Lohmann, Chef des Arbeitskreises engagierter Katholiken in der CDU. CSU-Rechtspolitiker Norbert Geis hält den Beitrag für einen „Ausdruck von Bosheit und Dummheit”. Das sei „nicht einmal unterstes Niveau: bodenlos!”

In der Stunksitzung des alternativen Kölner Karnevals schlüpft Bruno Schmitz in die Rolle eines angetrunkenen Bischofs Walter Mixa, der seinen Frust auf die eigene Kirche los wird. Er bezeichnet den Papst als „Frettchen des Herrn”. Benedikt sei „dumm wie eine Rolle Oblaten”. Beim Weltjugendtag hätten sich der Papst und der Kardinal „wie zwei frischvermählte Schwuchteln über den Rhein schippern lassen”. In Sachen Homosexualität habe die Katholische Kirche „ganz andere Möglichkeiten - ich sag nur: Priesterseminar”. Der Kabarettist hat sich in diesen Tagen bereits von vielen Bürgern auf das heftigste beschimpfen lassen müssen. Auch in politischen Kreisen ist schon von „Christenverfolgung” die Rede.

„Es ist unser Job”

„Es ist unser Job, aktuelle Vorgänge kabarettistisch zu überhöhen”, widerspricht Schmitz. Es gehöre zum Kabarett, „dass es manchen Leuten auch zu weit geht”. Schmitz erinnert an einen Spruch von Jürgen Becker, wonach ein Puff-Besucher sich hinterher nicht über nackte Frauen beklagen solle. Ähnlich sei es mit der Stunksitzung: „Wer hier reingeht, darf sich nicht aufregen, dass er auch einen Sketch mitkriegt, der gegen die Kirche geht”, betont Schmitz. „Der eigentliche Skandal ist doch, was die Kirche gemacht hat”, fügt er hinzu. Das müsse Kabarett so aufgreifen, dass es „richtig wehtut”. So verstehe sich die Stunksitzung, deren 1200 Plätze binnen Stunden für 50 Vorstellungen ausverkauft waren.
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