Aachen/Euskirchen - Stundenlohn zu gering: Zwölf Frauen klagen vor Verwaltungsgericht

Stundenlohn zu gering: Zwölf Frauen klagen vor Verwaltungsgericht

Von: Wolfgang Schumacher
Letzte Aktualisierung:

Aachen/Euskirchen. Zwölf Tagesmütter aus Euskirchen proben den Aufstand gegen die nach ihrer Meinung unangemessen niedrige Bezahlung des Kreises Euskirchen. Vor der 2. Kammer des Aachener Verwaltungsgerichts fand am Dienstag ein zweieinhalbstündiger, nichtöffentlicher Erörterungstermin statt, in dem die Tagesmütter ihre Vorstellungen vortrugen, wie Gerichtssprecher Richter Frank Schafranek auf Anfrage unserer Zeitung bestätigte.

Danach bemängeln die Klägerinnen, dass dem Kreis Euskirchen die Betreuung kleiner Kinder viel zu wenig wert sei, weil er nur einen Betrag von 3,80 Euro pro Stunde und Kind zu zahlen bereit sei. Die Tagesmütter, erläuterte Schafranek, hätten sich in ihrer Klage vor allem aber auch gegen die Praxis des Kreises gewandt, die Zuwendungen zu pauschalieren. Danach gebe es bei der Bezahlung drei Kategorien, die eine zeitliche Staffelung als Grundlage für das gezahlte Entgelt festlegen.

Pro Kind und pro Monat bezahle man im Kreis Euskirchen in einer ersten Staffel 399 Euro für eine Betreuung zwischen 15 und 25 Stunden, die zweite Zone reiche von 25 bis 35 Stunden mit einem Betrag von 598 Euro und die dritte Zone umfasse 35 bis 45 Stunden bei 798 Euro. Der Zahlbetrag spalte sich aber zusätzlich noch in eine Sachmittelpauschale von 40 Prozent, nur die restlichen 60 Prozent seien die effektiven Lohnkosten.

Mehr Geld im Erftkreis

Die Klägerinnen, erläuterte Schafranek die Argumente, hätten als Vergleich die Zahlungen des benachbarten Erftkreises und der Stadt Köln herangezogen, nach denen sie in der Tat schlechter bezahlt sind. So liege das Stundenentgelt im Erftkreis bei 5,20 Euro und in der Stadt Köln ebenso zwischen fünf und sechs Euro. Doch dort seien die enthaltenen Sachkosten im Schnitt höher.

So hat die 2. Kammer unter Vorsitz der neuen Verwaltungsgerichts-Präsidentin Claudia Beusch einen diffizilen Sachverhalt zu bewerten. Geeinigt habe man sich in dem Termin, die zwölf Individualklagen in zwei Musterklagen zusammenzufassen, die dann die möglichen Fallkonstellationen abdecken sollen. Eine Entscheidung des Gerichts erwarte man für den Sommer 2014, erklärte Frank Schafranek.

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