Studiengebühr: AStA-Chef rüffelt FH-Rektor Baumann

Von: tka
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Ist mit Aussagen von FH-Rektor Marcus Baumann nicht einverstanden: AStA-Chef Andreas Jendrzey.

Aachen. Diese Sätze kosten Zustimmung: Der Vorsitzende der Studierendenvertretung (AStA) an der Fachhochschule Aachen, Andreas Jendrzey, übt massive Kritik an den Äußerungen des FH-Rektors Marcus Baumann zum Thema Studienbeiträge.

Baumann hatte sich jüngst im Interview mit unserer Zeitung als Freund von Studienbeiträgen bezeichnet: „Wir haben mit ihnen einen Investitionsstau wettmachen können. Wir konnten die besten Geräte anschaffen und haben ein Zettelchen draufgeklebt: Finanziert mit Studienbeiträgen. Das fanden die Studierenden richtig gut.“

Vor allem gegen den letzten Satz protestiert Jendrzey. „Dass Baumann ein Freund der 2011 in NRW abgeschafften Studiengebühren ist, ist kein Geheimnis. Wer will es ihm verübeln? Mit den zusätzlichen Einnahmen konnten tatsächlich kostspielige Anschaffungen getätigt werden. Unangenehm stößt mir als Vorsitzendem des AStA aber vor allem die Aussage auf, die Studierenden der FH hätten sich darüber gefreut.“

Soziale Selektion

Jendrzey berichtet viel mehr vom Gegenteil: „Fragt man aber die vielen tausend jungen Menschen, die 2009 gegen Studiengebühren auf Aachens Straßen protestierten haben, erhält man ein anderes Bild. Die Einführung der Gebühren von damals 500 Euro pro Semester stellte viele vor große finanzielle Probleme: Kredite wurden aufgenommen, ein zweiter oder dritter Job neben dem Studium angetreten und die Studienzeit in vielen Fällen verlängert.“ Studiengebühren hätten so zu einer sozialen Selektion geführt. Sie würden Bildungsaufstieg verhindern und dadurch der Gesellschaft schaden.

Auch für Jendrzey steht außer Frage, dass die Hochschulfinanzierung überdacht werden müssen. „Jede Hochschule muss sich Gedanken machen, wo sie weiteres Geld akquiriert“, hatte Rektor Baumann im Interview mit unserer Zeitung erklärt. Der AStA fordert diesbezüglich von der Landesregierung: Das Kooperationsverbot müsse abgeschafft, Bürokratie bei Forschungsanträgen abgebaut und die Mittelvergabe vom Land fair gestaltet werden. „Gerne hätte die Studierendenschaft sich zusammen mit der FH Aachen für solche politischen Ziele eingesetzt. Diesen neuen pragmatischen Kurs der Hochschulleitung kritisiert die Studierendenschaft jedoch scharf“, sagt Jendrzey nun in Bezug auf Baumanns Aussagen zu den Studienbeiträgen. Gestritten werde nun doch eher alleine. Jendrzey: „Auf seiner Neujahrsansprache verkündet Baumann, dass es finanziell um die FH ganz gut stünde. Dass er sich nicht zu schade ist, im öffentlichen Diskurs trotzdem für Studiengebühren zu werben und damit mittelbar für soziale Ausgrenzung plädiert, spricht Bände.“

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