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Studie befeuert Diskussion über Geld für Contergan-Opfer

Von: dpa
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Fünfzig Jahre nach dem Contergan-Skandal beklagen Opfer des Medikaments eine Verschlechterung ihrer Versorgungslage. Foto: dpa

Aachen. Eine Studie heizt die Diskussion über staatliche Leistungen für Contergan-Opfer in Deutschland an. Die im Auftrag der Conterganstiftung erstellte und jetzt veröffentlichte Studie erfasst Leistungen und Ansprüche der Opfer in 21 Ländern.

„Sie zeigt, Deutschland hat einen enormen Nachholbedarf”, teilte die Vorsitzende des Bundesverbands Contergangeschädigter, Margit Hudelmeier, mit. Sie sieht die Einschätzung der Opferverbände bestätigt. In Großbritannien bekomme ein Geschädigter mehr als fünfmal so viel wie in Deutschland.

Die Diskrepanz könne in Deutschland auch nicht mit Sozialleistungen kompensiert werden. Die Kassen gingen sehr restriktiv mit Anträgen um. Außerdem verliere ein Geschädigter viele Leistungsansprüche, sobald er nicht mehr berufstätig sei. Die Opfer in Deutschland verweisen seit langem auf angeblich höhere Zahlungen in anderen Ländern.

Die empirische Studie der Rechtsanwaltskanzlei DLA Piper erfasst unter anderem die Zahl der geschädigten Menschen in den 21 Ländern, Rechtsgrundlagen für Leistungen, gezahlte Gesamt- und Durchschnittsbeträge oder auch die Darstellung der Leistungsvoraussetzung.

„Es stellt sich heraus, dass das sehr unterschiedlich ist”, sagte die Vorsitzende der Conterganstiftung, Antje Blumenthal. In die Bewertung müssten nicht nur Geldsummen, sondern auch Zahlungsdauer oder Sozialleistungen einbezogen werden.

Aufgrund der Studie könne man nicht sagen, in welchem Land Opfer die höchsten Leistungen bekommen, sagte Projektleiter Ludger Giesberts. Zu unterschiedlich seien die Regelungen. „Was ist gewährt worden? Manchmal ist das vergleichbar, manchmal nicht.”

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