Aachen - Streik: Schüler müssen zum Unterricht

Streik: Schüler müssen zum Unterricht

Von: red/dpa
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Die Warnstreiks im öffentlichen Dienst sollen am Mittwoch in Nordrhein-Westfalen ihren vorläufigen Höhepunkt erreichen. Foto: dpa

Aachen. Die Warnstreiks im öffentlichen Dienst sollen am Mittwoch in Nordrhein-Westfalen ihren vorläufigen Höhepunkt erreichen. Die Gewerkschaft Verdi hat mehrere Zehntausend Beschäftigte bei Bus und Bahn, in Stadtverwaltungen und Kindertagesstätten, bei Müllabfuhr und in Kliniken zum Streik aufgerufen. Allein in Dortmund sollen nach Angaben der Polizei 10.000 Mitarbeiter an einem Sternmarsch durch die Innenstadt teilnehmen. Auch in Aachen, Köln, Bonn, Essen und Oberhausen sind Demonstrationen und Kundgebungen geplant.

Nach den Planungen von Verdi sollen Busse und Bahnen in vielen Teilen des Landes weitgehend in den Depots bleiben. Für die Schüler bedeutet das nach Angaben des Schulministeriums aber keineswegs unterrichtsfrei. „Bei angekündigten Ereignissen ist es Aufgabe der Eltern dafür Sorge zu tragen, dass ihr Kind in die Schule kommen kann”, sagte Ministeriumssprecher Jörg Harm am Dienstag. Die Schulpflicht gelte weiter.

Die Taxifahrer stellen sich am Streiktag auf mehr Fahrgäste ein. Auf den Straßen dürften sie aber langsamer vorankommen als sonst. „Die Leute werden mit dem eigenen Auto fahren und die Straßen werden richtig verstopft sein”, sagte Dennis Klusmeier, Geschäftsführer bei Taxi Düsseldorf. Bei der größten Taxizentrale der Landeshauptstadt werden am Mittwoch rund 1200 Taxis unterwegs sein - wie an jedem Tag.

Kommunen und Unternehmen wollen die Streikfolgen möglichst gering halten. „Wir versuchen, alles mit Notdienst aufrechtzuerhalten”, sagte ein Sprecher der Stadt Düsseldorf. Erschwerend sei, dass nicht genau bekannt ist, wann und wo gestreikt werde: „Das ist die Natur des Warnstreiks.”

Die Hauptverwaltung der Versicherungsgruppe Ergo in Düsseldorf bietet Mitarbeitern mit Kindern in bestreikten Tageseinrichtungen Hilfe an. Solche Notfall-Kitas gebe es bundesweit an sechs weiteren Standorten, sagte eine Sprecherin. Außerdem können Eltern mit ihrem Nachwuchs in spezielle Eltern-Kind-Büros gehen. In Ansprache mit den Vorgesetzten könnten auch Gleitzeit und Telearbeit genutzt werden.

Die Gewerkschaften verlangen für die bundesweit zwei Millionen Beschäftigten eine Erhöhung der Einkommen um 6,5 Prozent, mindestens aber um 200 Euro im Monat. Aus Sicht der Arbeitgeber, die noch kein Angebot vorgelegt haben, ist dies viel zu viel. Die Verhandlungen gehen in der nächsten Woche weiter.

Die Warnstreikwelle hatte am Montag in Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland begonnen. Am Dienstag gab es Streiks in Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. Für Donnerstag wird mit Protesten in Nord- und Mittelhessen gerechnet. Am Donnerstag und Freitag sind voraussichtlich Niedersachsen und Bremen betroffen.

In Aachen fährt heute, wie angekündigt, kein Linienbus. Die Rote Flotte der Aseag bleibt ganztägig im Depot. Der Busstreik wird auch im Aachener Nordkreis zu spüren sein. Nähere Informationen gibt es auf der Internetseite http://www.aseag.de und unter der Hotline 0241/16 883 010.

Die Bahn und die Euregiobahn hingegen fahren nach Fahrplan. Im Kreis Heinsberg beteiligen sich die Busfahrer der West-Energie an dem Ausstand, deren Busse auch in den Norden der Städteregion fahren. Auf den wichtigsten Linien wird allerdings ein Notbetrieb angeboten. Entwarnung kam von der Dürener Kreisbahn: Dort soll, ebenso wie bei der Rurtalbahn, alles nach Plan laufen.

Auch Stawag, Kitas, Verwaltung

In Aachen wollen sich auch Angestellte von Stawag, Kitas und Stadtverwaltung am Ausstand beteiligen. Wenige städtische Kindertageseinrichtungen in Aachen werden jedoch eine Notfallbetreuung anbieten.

Auch mit einer Beeinträchtigung der Müllentsorgung ist zu rechnen. Nicht nur in Aachen wird gestreikt: An der LVR-Klinik in Düren haben Verdi und Klinikleitung eine Notdienstvereinbarung getroffen, derzufolge am Mittwoch in sämtlichen Abteilungen mit Wochenendbesetzung gearbeitet wird. Ausgenommen ist die Forensik. Auch Angestellte des Medizinischen Zentrums in Würselen werden die Arbeit ruhen lassen.
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