Radarfallen Blitzen Freisteller

Statue kippt und erschlägt vierjährigen Jungen

Von: dpa
Letzte Aktualisierung:

Köln. Nach dem tragischen Unfalltod eines vierjährigen Jungen in Köln sucht die Polizei nach der Ursache.

„Wir gehen zunächst von einem Unfall aus”, sagte Polizeisprecher Armin Denzin am Donnerstag der dpa. „Dennoch haben wir ein Todesermittlungsverfahren eingeleitet, das zeigen soll, wie es dazu kommen konnte.” Der Junge hatte am Mittwochnachmittag im Innenhof eines Hauses gespielt, als sich die zwei Meter hohe Stahlstatue von einer Platte löste und auf ihn stürzte. Das Kind war sofort tot.

Ein Gutachten und die Obduktion der Leiche sollen nähere Aufschlüsse darüber geben, ob jemand für das Unglück verantwortlich gemacht werden kann. „Dann wird das Verfahren gegen diese Person betrieben”, erklärte Denzin. „Aber noch haben wir keine Zielperson.”

In der Vergangenheit hatte es in Deutschland mehrere ähnliche Fälle gegeben. In Wuppertal war 2008 ein Kleinkind von einem 150 Kilo schweren Süßigkeiten-Automaten erschlagen worden. Die Eltern brachten erst kürzlich im dritten Anlauf die Wuppertaler Staatsanwaltschaft dazu, Anklage gegen den Aufsteller des Gerätes zu erheben. Das Amtsgericht Wuppertal hat noch nicht darüber entschieden, ob es einen Prozess geben wird, sagte eine Sprecherin des Gerichts am Donnerstag.

2005 war im niedersächsischen Hameln ein kleiner Junge von einer 1,60 Meter großen Indianerfigur tödlich getroffen worden. Die Holzfigur hatte an der Wand eines Restaurants gelehnt und war auf den Jungen gekippt.

Das Landgericht Hannover sprach den Restaurantbesitzer 2008 wegen fahrlässiger Tötung und Körperverletzung schuldig und verhängte eine Freiheitsstrafe von neun Monaten zur Bewährung. Vor zehn Jahren erschlug eine umfallende Skulptur in Hannover einen vierjährigen Jungen. Das Verfahren gegen die Galeristin und den Künstler wurde gegen Zahlung einer Geldbuße eingestellt.

Die Homepage wurde aktualisiert