Sportplatzüberfall: Alle neun vorbestraft

Von: Guido Jansen
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Die bewaffneten Angreifer stürmen den Sportplatz des SV GW Welldorf-Güsten beim Spiel gegen die Sportfreunde Düren, wo sie auf libanesische Spieler in beiden Teams, deren Angehörige und auch neutrale Zuschauer, die schlichten wollten, einschlugen. Foto: JZ/JN

Düren/Aachen. Die neun nach dem Überfall auf das Fußballspiel in Jülich am 6. November in Untersuchungshaft sitzenden Deutsch-Türken sind strafrechtlich bereits alle in Erscheinung getreten. Das teilte die Staatsanwaltschaft Aachen am Freitag auf Anfrage unserer Zeitung mit.

Demnach ist ein Teil der Männer mehrfach vorbestraft. Mutmaßlich steigt damit im Fall einer Verurteilung die zu erwartende Strafe für jeden Verdächtigen.

Vorstrafen erhöhen das Strafmaß

Vorstrafen bedingen nicht automatisch, dass Verdächtige bei erneutem Tatverdacht in Untersuchungshaft genommen werden müssen. Dass dies im Fall der neun Angreifer trotzdem der Fall ist, lässt zwei Rückschlüsse zu: Entweder sieht der anordnende Richter die Gefahr, dass weitere Straftaten folgen können.

Oder der Richter erkennt eine Fluchtgefahr, weil den mutmaßlichen Tätern im Fall einer Verurteilung mehrjährige Haftstrafen drohen. Nach Informationen unserer Zeitung lautet der Tatvorwurf gemeinschaftliche gefährliche Körperverletzung. Darauf steht eine Haftstrafe zwischen sechs Monaten und zehn Jahren. Die Vorstrafen sorgen mutmaßlich dafür, dass das Strafmaß höher angesetzt wird.

Auf Anfrage teilte die Staatsanwaltschaft weiter mit, dass gegen weitere mögliche Angreifer ermittelt wird. Insgesamt haben die Ermittler 21 Personen ausgemacht, die als Täter infrage kommen. Zudem läuft ein Verfahren wegen eines Verstoßes gegen das Waffengesetz, weil einer der mutmaßlichen Überfallopfer eine Schreckschusspistole mit sich geführt haben soll.

Noch nicht aufgeklärt sind die Vorfälle im Vorfeld des Überfalls. Laut Staatsanwaltschaft war eine Schlägerei zwei Tage vor dem Fußballspiel der Auslöser. Beide Seiten, sowohl Opfer als auch Täter, haben demnach der Polizei gegenüber erklärt, keine Angaben machen zu wollen.

Im Zusammenhang mit dem Sportplatzüberfall weist die Staatsanwaltschaft darauf hin, dass sich Zeugen, die Angaben zum Vor- oder Nachtatgeschehen machen können, auch jetzt noch jederzeit bei jeder Polizeidienststelle melden können.

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