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Sportflitzer als Dienstwagen: Ex-DRK-Chef vor Gericht

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DRK / Gerhard Herwartz / Chevrolet Corvette
Der ehemalige DRK-Dienstwagen: Chevrolet Corvette, 405 PS, rund 300 Stundenkilometer schnell, Kaufpreis etwa 70.000 Euro. Foto: Wolfgang Plitzner

Aachen. Er galt als autoverrückt und stolperte letztlich über diese Leidenschaft. Ein ehemaliger Geschäftsführer des Deutschen Roten Kreuzes soll auf Kosten der caritativen Einrichtung einen 400 PS-starken Sportwagen gefahren haben, einen Chevrolet Corvette. Kosten: 59.000 Euro.

Von Montag an muss sich der einstige DRK-Mann vor dem Landgericht Aachen wegen Untreue verantworten. Laut Anklage stieß er den Luxuswagen ein Jahr später ab und kaufte ohne Wissen der Gremien für 65.000 Euro das neueste Modell. Nach einigen Gerüchten kam der Stein ins Rollen. Der DRK-Landesverband veranlasste eine umfangreiche interne Prüfung und kündigte dem heute 58-jährigen Mann fristlos.

Die Anklage wirft dem Mann Untreue in 36 Fällen vor. Er soll einem ehrenamtlichen Vorstandsmitglied für angebliche Beraterleistungen rund 70.000 Euro überwiesen haben, wohl wissend, dass der Mann nie eine Leistung erbracht hatte. Neben den Sportflitzern fuhr er laut Anklage einen weiteren Kleinwagen auf Kosten des DRK.

Bei den internen Prüfungen hatte der DRK-Landesverband nach eigenen Angaben viele weitere Ungereimtheiten festgestellt: So soll der Mann gefahrene Kilometer doppelt abgerechnet und Schokoriegel, Zigaretten und Zeitungen abgerechnet haben. Der Landesverband hatte ihm außerdem vorgeworfen, jahrelang drei Gehälter kassiert zu haben, vom DRK und von zwei kleineren, mit der Arbeiterwohlfahrt betriebenen Tochtergesellschaften. Diese Ungereimtheiten sind laut Landgericht nicht angeklagt. Für den Prozess sind fünf Verhandlungstage angesetzt.
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