„Sport unlimited”: Wie die Profisportler trainieren

Von: Verena Müller
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Alleine radfahren kann jeder.
Alleine radfahren kann jeder. Aber zu zweit dasselbe Tempo halten? Nicht leicht. Im Continium Kerkrade können Besucher das testen. Wer zu schnell oder zu langsam in die Pedale tritt, erhält die Anweisung, die Geschwindigkeit anzupassen. Das ist nur eine von vielen interaktiven Stationen. Foto: Harald Krömer

Kerkrade. Ein Biathlohngewehr im Stehen lange ruhig zu halten, ist für Ungeübte schon so eine Herausforderung. Besonders in der linken Hand scheint es binnen Sekunden immer schwerer zu werden. Nur mit großer Konzentration und starkem Willen lassen sich da noch die Zielscheiben einigermaßen sicher anvisieren.

Aber nach zehn Minuten auf dem Crosstrainer und mit höherer Pulsfrequenz sinkt die Trefferquote rapide. Die Abstände zwischen dem Aufleuchten der grünen Lampe für einen Treffer werden immer länger, unerbittlich läuft die Stoppuhr weiter.

Wie schaffen es die Biathleten nur, den Atem so schnell wieder ruhig zu bekommen? Respekt. Der Biathlon-Simulator, der ab diesem Samstag im Continium Discovery Center Kerkrade von den Besuchern getestet werden kann, ist Teil der neuen Ausstellung „Sport unlimited”.

Gute Reflexe?

Wie schnell man aus einem Schwimmstartblock rauskommt, kann man ausprobieren - mit den Füßen voran, wohlgemerkt. Der Block ist ein Prototyp, der für die letzten Olympischen Spiele entwickelt wurde. Startknopf drücken, auf das Signal warten und so schnell wie möglich abspringen. 0,1 Sekunden schaffen Leistungsschwimmer. Das Doppelte ist für den Laien schon ziemlich gut.

Wie so ein Start aus einem Block bei einem 100-Meter-Lauf als 3-D-Modell aussieht, wird ein paar Meter weiter elektronisch dargestellt. Mehrere Kameras halten den Mini-Sprint des Besuchers fest. Wer zu viel Gas gibt, wird von einer gepolsterten Wand aufgefangen. Ein Programm überträgt die Aufnahmen dann in eine abstrakte Figur. So lässt sich beispielsweise erkennen, ob der Bewegungsablauf noch optimiert werden kann.

Dass es bei Radrennen wohl gar nicht so einfach ist, dicht an dicht exakt das gleiche Tempo zu halten, wird im Zweierteam auf Rad-Ergometern schnell klar. Hat der eine etwas früher als der andere begonnen, in die Pedale zu treten, gewinnt er auf dem großen Bildschirm in der Mitte deutlich Vorsprung. Auf dem kleinen Bildschirm auf dem Lenker des anderen „Radrennfahrers” erscheint der Hinweis: „Ein wenig schneller fahren.” Wie viel schneller, das ist die große Kunst. Zack! Schon ist man am Mitspieler vorbeigezogen. Jetzt erhält dieser den Hinweis, Tempo zu machen. Der Widerstand der Pedale kann übrigens nicht verändert werden, das macht das Programm anhand der vorgegebenen Strecke.

Wem diese und die vielen anderen Stationen zu anstrengend sind, kann sich in etwas weniger Schweißtreibendem versuchen. Mal am Pult vom niederländischen „Sportstudio” stehen und ins Mikro sprechen? Oder - zumindest in der Simulation - vom Rand eines Spielfelds moderieren? Ein paar Abschläge üben, bei denen die Golfbälle in der virtuellen Welt landen? Geht alles.

Wer sich der ungeschönten Wahrheit stellen will, kann auch seinen Körper scannen lassen, einen Ausdruck des Messergebnisses gibt es gratis mit nach Hause. Individuelle Schwimmanzüge für die Profis lassen sich danach anfertigen. Bald soll der Scanner sogar in Serie gehen und auch in großen Sportgeschäften die Kunden auf den Millimeter genau vermessen.

Sport und Technologie sind kaum noch zu trennen. Ob im Training, bei Sportbekleidung, der Herstellung von speziellen Prothesen oder am Ende der Kette, der multimedialen Berichterstattung. Das wird in „Sport unlimited” deutlich. Die Ausstellung, die vor allem auf Jugendliche zugeschnitten ist, wurde vom Heinz Nixdorf Museumsforum konzipiert und war bereits in noch umfangreicherer Ausführung in Paderborn zu sehen.

Mit Rat und Tat zur Seite

Alle Texte und Filme werden in niederländischer und deutscher Version angeboten, an allen Stationen stehen außerdem Museumsmitarbeiter bereit, um weitere Informationen zur Verfügung zu stellen und Tipps zur Bedienung der Geräte zu geben. Und die braucht man zum Teil auch - es sei denn, man ist selbst Profisportler und kennt sich mit der Technik schon aus.

„Sport unlimited” im Continium Discovery Center Kerkrade, Museumplein 2, ist ab diesem Samstag bis zum 31. Oktober zu sehen.
Geöffnet ist die das Museum im Mai sowie ab der zweiten Septemberwoche täglich von 10 bis 17 Uhr und von Juni bis zur ersten Septemberwoche von 10 bis 18 Uhr. Der Eintritt beträgt für Erwachsene elf Euro und für Kinder ab 4 Jahre 8,50 Euro.

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