„Spiegel”: Beltracchi-Gemälde sollte in Dubai versteigert werden

Von: dpa
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Nach dem millionenschweren Kunstfälscherskandal um den inzwischen verurteilten Wolfgang Beltracchi werden Rufe nach schärferen Kontrollen des Kunstmarktes lauter. Foto: dpa

Köln. Man sollte eigentlich meinen, dass sich der Fall des Kunstfälschers Wolfgang Beltracchi mittlerweile überall herumgesprochen hat. Doch nach „Spiegel”-Recherchen wurde jetzt noch einmal ein Bild aus der von Beltracchi erfundenen „Sammlung Jägers” zum Verkauf angeboten.

Als Provenienz gab der Katalog einer Versteigerung in Dubai demnach die Sammlungen „Jägers, Köln” und „Beltracchi, Palma” an. Dem Katalog zufolge ging es um ein Bild des polnischen Malers Moise Kisling (1891-1953) mit dem Titel „Bouquet varié”, sein Wert wurde mit 150.000 bis 200.000 Dollar angegeben.

Nach Bekanntwerden des Verdachts habe man das Werk unverzüglich aus der Versteigerung genommen, beteuerte das Auktionshaus gegenüber dem „Spiegel”. Beltracchi, seine Frau Helene und zwei weitere Komplizen waren Ende Oktober 2011 vom Landgericht Köln zu Haftstrafen von bis zu sechs Jahren verurteilt worden. Die Bande hatte jahrelang gefälschte Bilder aus frei erfundenen Sammlungen in den Kunstmarkt geschleust und dafür mindestens 16 Millionen Euro kassiert. Mehr als 50 Beltracchi-Fälschungen wurden inzwischen identifiziert.

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