Slenaken - Slenaken: Das große Aufräumen nach der Flutwelle

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Slenaken: Das große Aufräumen nach der Flutwelle

Von: Ulrich Simons
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Chaos ohne Ende: Vor der Flutw
Chaos ohne Ende: Vor der Flutwelle war das die Küche des Restaurants „De Boswachter” in Slenaken.

Slenaken. Im limburgischen Slenaken westlich von Vaals ging am Montag das große Aufräumen weiter. Wolkenbruchartige Regenfälle im Einzugsgebiet der Gulp rund um Hombourg in Belgien hatten das beschauliche Flüsschen in der Nacht zum Sonntag zu einem reißenden Beinahe-Fluss anschwellen und eine gewaltige Flutwelle in Richtung limburgisches Mergelland rauschen lassen.

In den nächsten Tagen will der „Wasserverband Rur und obere Maas” der Frage nachgehen, wie man derartigen Naturkatastrophen künftig begegnen kann. Zwei Hotels, ein Restaurant und eine Appartementanlage mit Ferienwohnungen hatte es in der Nacht am ärgsten getroffen. Die Hotelgäste mussten auf die erste und zweite Etage flüchten, während Keller und Erdgeschoss volliefen.

In nur einer halben Stunde waren am Samstagabend rund um den belgischen Grenzort Hombourg 60 Liter Regen pro Quadratmeter heruntergekommen. Üblicherweise fallen im ganzen Juli 80 Liter. Im engen Bett der Gulp, die nur wenige Kilometer entfernt in Henri-Chapelle entspringt, schoss die Flutwelle ins nur fünf Kilometer entfernt liegende Slenaken. Der Höhenunterschied von 73 Metern zwischen Hombourg und Slenaken verlieh den Wassermassen ordentlich Schwung.

Auch in Slenaken hatte es geregnet, aber bei weitem nicht so viel wie jenseits der belgischen Grenze. Gegen halb drei in der Nacht zum Sonntag hatte die zum reißenden Sturzbach angeschwollene Gulp Slenaken erreicht. Hier hielt sie nichts mehr in ihrem Bett: Die Gulp trat über ihre Ufer. Die Bewohner waren vorbereitet. Die Feuerwehr hatte sie schon früh in der Nacht aufgefordert, ihre Habseligkeiten in Sicherheit zu bringen. Dann liefen die Keller voll.

In Teilen des Ortes fiel der Strom aus, der Inhalt ganzer Vorratskeller verschwand mit den brausenden Fluten auf nimmerwiedersehen in der Nacht. 15 bis 20 Autos wurden nach Berichten des „Limburgs Dagblad” vom Wasser mitgerissen, an einigen Stellen im Dorf stand das Wasser in der Spitze rund einen Meter hoch.

Für die Feuerwehr und die Gemeindearbeiter von Gulpen-Wittem, wozu auch Slenaken gehört, begann ein langes Wochenende. Die Straßen mussten vom Schlamm gesäubert, die Keller vor allem der Hotels und des Restaurants am Bachufer leergepumpt werden. Gutachter der Versicherungen machten sich am Sonntag ein erstes Bild.

Ob sie den Schaden ersetzen, ist wie immer bei Fällen höherer Gewalt eine Frage des abgeschlossenen Vertrages. Und es könnte noch Tage dauern, ehe die Gesamthöhe des Schadens feststeht. Wenn es überhaupt etwas Positives an dem Vorgang zu melden gibt, dann die Tatsache, dass keine Verletzten zu beklagen sind.

Niemand hatte wohl daran gedacht, dass sich der kleine Dorfbach in kürzester Zeit zu solch einem reißenden Strom aufbauschen könnte. Auch nicht Bürgermeister Bas van den Tillar von der Gemeinde Gulpen-Wittem, der sich nicht erinnern kann, in den vergangenen 50 Jahren so etwas schon einmal erlebt zu haben.

Möglicherweise muss er nicht wieder 50 Jahre warten. Der „Wasserverband Rur und obere Maas” erwartet aufgrund des Klimawandels, dass derartige Hochwasser in Zukunft öfter auftreten werden.
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