Zonhoven - Sieben Tote in der Flammenhölle

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Sieben Tote in der Flammenhölle

Von: sim
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Vom Feuer völlig zerstört: Der BMW, in dem sieben jungen Leute in der Nacht zum Samstag in Belgien ums Leben kamen. Foto: dpa
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Die Überreste des Unfallwagens, in dem sieben junge Belgier ihr Leben verloren, werden geborgen. Foto: dpa

Zonhoven. Ein ganzes Dorf trauert, ein Land steht unter Schock: Bei einem schrecklichen Verkehrsunfall auf der Autobahn E314 sind in der Nacht zum Samstag sieben junge Leute zwischen 15 und 23 Jahren ums Leben gekommen.

Sie alle hatten im selben Fahrzeug gesessen, das gegen 1.35 Uhr bei Zonhoven in der Nähe von Hasselt mit hoher Geschwindigkeit auf einen deutschen Tanklastzug aufgefahren war. Ihr 5er-BMW, der in Richtung Niederlande unterwegs war, schleuderte nach der Kollision in die Leitplanke und ging sofort in Flammen auf.

Unfallzeugen versuchten noch, mit Feuerlöschern die Flammen unter Kontrolle zu bringen. Auch die Feuerwehr aus Genk war nach wenigen Minuten an der Unfallstelle. Trotzdem kam für die Fahrzeuginsassen, von denen einige nach Angaben der belgischen „Gazet von Antwerpen (GvA)“ noch bei Bewusstsein gewesen sein sollen, jede Hilfe zu spät. Die drei Jungen und vier Mädchen verbrannten bis zur Unkenntlichkeit. Der Lkw-Fahrer erlitt einen Schock.

„Der BMW fuhr mit hoher Geschwindigkeit auf den Laster, der mit normaler Geschwindigkeit fuhr“, zitiert die GvA Staatsanwalt Marc Rubens, der die Unfallaufnahme vor Ort leitete. „Den Lkw-Fahrer trifft keine Schuld. Der BMW war mit sieben Insassen absolut überladen.“

Erst am Samstagabend konnte die Identität der Unfallopfer festgestellt werden. Sechs von ihnen kamen aus Leopoldsburg, wo alle auch im „Koninklijk Atheneum“ zur Schule gingen. Für Verwandte und Freunde wurde ein psychologisches Hilfsangebot eingerichtet. Im Rathaus der Stadt und in der Schule liegen seit Montag Kondolenzlisten aus.

Fernando Musso aus Houthalen, einer der Ersthelfer, kam am Sonntag noch einmal an den Unfallort zurück, um Blumen niederzulegen, berichtet die GvA. „Ich kam in der Nacht zum Samstag mit meinen Freunden von einer Feier, als wir den Feuerschein sahen“, zitiert ihn die Zeitung. „Wir haben sieben Feuerlöscher leergesprüht - erfolglos“, sagt er. Einer der Jungen habe ihnen aus dem brennenden Wagen noch etwas zugerufen. „Aber wir konnten ihm nicht mehr helfen. Die Hitze war zu groß.“

Er habe ihn noch um Verzeihung gebeten, dass er ihn nicht retten konnte. Kurze Zeit später seien keine Lebenszeichen mehr aus dem Wrack gekommen.

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