Übach-Palenberg - Selbstbewusster, reifer und ein bisschen demütiger

Selbstbewusster, reifer und ein bisschen demütiger

Von: luk
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Fürs Leben gelernt: Jordan Müller aus Übach-Palenberg hat ein Jahr in Ghana verbracht. Foto: Weinberger

Übach-Palenberg. Wer Jordan Müller beim Wort genommen hat, dem brannte eine Frage unter den Nägeln. „Ich glaube, man weiß später die Privilegien in Deutschland mehr zu schätzen.“ Müller hat das im August 2013 gesagt, kurz bevor er für ein freiwilliges soziales Jahr nach Ghana gegangen ist, jetzt ist er zurück – und?

 Müller, 20, grinst, wenn man ihn mit seiner Aussage konfrontiert, „es stimmt“, sagt er. Gemerkt hat er das direkt nach seiner Rückkehr, als er unter der Dusche stand. Einer heißen Dusche, das versteht sich nur hierzulande von selbst.

Das Jahr in Afrika hat Müller verändert, positiv verändert, das sagt er selbst, das sagen auch Freunde und Verwandte. „Ich habe in einer komplett anderen Welt gelebt.“ Er habe sich weiterentwickelt, sagt er, sei selbstständiger und selbstsicherer geworden. Und er habe eben Dinge mehr zu schätzen gelernt. Alleine deswegen empfiehlt er anderen jungen Menschen einen solchen Auslandsaufenthalt. „Es hat mir für mein Leben viel gebracht.“

Gemeinsam mit einem anderen Freiwilligen hat Müller in der Slum-Siedlung Ashaiman nahe der Hafenstadt Tema gelebt und gearbeitet. Die beiden arbeiteten in einer Anlaufstelle für Kinder gearbeitet, die von der Straße geholt und in der Einrichtung unterrichtet werden – „für ein Jahr“, erzählt der Übach-Palenberger.

Er brachte den Kindern Englisch und Mathe bei, oft musste er bei Lesen, Schreiben und dem kleinen Einmaleins anfangen. „Natürlich haben die Erfolgserlebnisse am meisten Spaß gemacht“, sagt er. Die Kinder hätten mitgezogen, wären wissbegierig gewesen. Müller und sein Mitstreiter haben ihre Schüler mit dem Unterricht auf einen Test vorbereitet, der entscheidet, ob sie an einer richtigen Schule aufgenommen werden. Der Test ist mittlerweile geschrieben, die Ergebnisse stehen noch aus, mit einem Auge schielt Müller immer ins ferne Ghana.

Er sagt, er habe in Ghana Freunde fürs Leben gefunden – vor allem den 21-jährigen Simon aus Lingen, mit dem er in einem Haus gewohnt hat. Mit ihm ist Müller auch die letzten drei Wochen seines Jahres in Afrika herumgereist. Er war im riesigen Nationalpark, am Volta-Stausee und in Ghanas Nachbarland Togo. „Egal wo wir waren – wir sind immer aufs hilfsbereite Menschen getroffen“, sagt er. Angst habe er nie gehabt, obwohl ein Weißer in Ghana immer als etwas Besonderes gelte. Ein paar Tage voller Heimweh habe es natürlich auch gegeben. „An einen Abbruch habe ich aber kein einziges Mal gedacht“, sagt er.

Seine Eindrücke und Erfahrungen hat er bei Seminaren während und nach seinem Aufenthalt vertieft, nehmen kann sie dem jungen Mann, der angefangen hat, Psychologie zu studieren, sowieso niemand mehr. Um das Jahr in Ghana für sich zusammenzufassen, braucht er nicht viele Worte: „Es war eine schöne Zeit.“

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