Eicherscheid - Seifenkisten machen Tempo

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Seifenkisten machen Tempo

Von: M.S.
Letzte Aktualisierung:
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Kleinste Fehler werden bei dieser Sportart sofort bestraft. Foto: Peter Stollenwerk
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Die Ideallinie galt es es beim Seifenkistenrennen auf der Eicherscheider Bachstraße zu finden: Die Zuschauer entlang der Strecke bekamen eine Vielzahl spannender Wettbewerbe zu sehen.
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Gut beschirmt in der bunten Kiste: Geduldig ertrugen die Teilnehmer im Fahrerlager die Regenpausen während des Rennens.

Eicherscheid. Über 130 bunt und phantasievoll bemalte Seifenkisten aus ganz Deutschland bestimmten zwei Tage lang das Bild in Eicherscheid. Vergangenes Wochenende stand das Golddorf ganz im Zeichen der 65. Deutschen und 15. Europameisterschaft im Seifenkistenrennen. Dieses sportlich bedeutsame Doppelereignis wurde gar zum „Triple“ in Verbindung mit dem Jubiläum „40 Jahre Deutsches Seifenkisten – Derby“.

Aus diesem Anlass waren Norbert Friedrich, Präsident des „Deutschen Seifenkisten-Derbys“ aus dem Moselweinort Klüsserath und sein Vorstandskollege Hubert Focke aus dem westfälischen Mettingen, die deutsche Hochburg im motorlosen Rennsport schlechthin, in die Nordeifel gereist.

Alle Teilnehmer nahmen Urkunden und „Silberpötte“ mit nah Hause, „denn wir kennen hier nur Sieger“, erklärte Veranstaltungsmoderator Klaus Nießen vom Ausrichter „Eifeler Seifenkistenfreunde“. Diese bilden eine Abteilung im Sportverein Germania Eicherscheid, Die Eröffnungsfeier in der Tenne war hervorragend besucht.

„Nibelungenflitzer“ am Start

Seifenkistenrennen haben ihre Wurzeln in der deutschen Pfadfinderschaft haben. Seit 1904 sind Wettbewerbe dokumentiert; sie standen lange unter der Schirmherrschaft des Autobauers Opel. 60 Mitgliedsvereine zählt momentan das Deutsche Seifenkisten – Derby; die Hälfte von ihnen gaben sich zunächst Samstag auf der fast 300 Meter messenden Piste Bachstraße ein Stelldichein im Kampf um Zehntelsekunden. Da maßen „Nibelungenflitzer“ und „rasende Hirsche“, „heiße Räder“ und „Westwood Racers“ ihre Kräfte. Sie erreichten auf der abschüssigen Strecke Geschwindigkeiten von deutlich weit über 50 km/h. Der Samstag gehörte den Piloten des Klassements Junior/Elite XL. Fast 50 Junioren schoben ihre Gefährte an die Startrampe. Ihre windschnittigen Kisten aus Glasfaser haben nur wenig gemein mit den früheren Sperrholz – und Pappvehikeln der Frühzeit.

Doch ihre Vision lebt, wie die jüngsten packenden Duelle in Eicherscheid zeigten. Die fairen Gegner stammten aus bayrischen und Berliner Rennställen, Teams von der Waterkant gaben ebenso ihre Visitenkarten ab wie mitteldeutsche Klubs.

Rund 1000 Zuschauer

Die Stimmung der rund 1000 Zuschauer entlang der Bachstraße war prächtig, auch als Petrus vorübergehend die allgemeine Begeisterung der Aktiven und ihrer Fans nicht teilte. Das Rennen musste nach einer Regenschauer für gut eine Stunde unterbrochen werden, nachdem die ersten Kisten Bekanntschaft mit der Streckenbegrenzung gemacht hatten. Drei Quads mühten sich im Pendelverkehr die Rennstrecke trocken zu fahren, denn auf Regenreifen können die Seifenkisten noch nicht zurückgreifen.

So begann die abendliche Siegerehrung mit mehr als einstündiger Verspätung. Dafür gab es in der Tenne Grund zu ungetrübter Freude und Begeisterung! Moderator Klaus Nießen konnte und wollte seinen Eescher Lokalpatriotismus angesichts einer zu verkündenden „kleinen Sensation“ nicht verhehlen. Roman Lutterbach (9) aus Eicherscheid wurde in seiner Klasse Dritter der Deutschen Meisterschaft. Die Nürnbergerin Stella Schrüppen kletterte auf Rang eins des Treppchens, Zweite wurde Pia Zarina aus Mettingen.

Am Sonntag schwangen sich die Bewerber um Titellorbeer in der Seniorenklasse ins Cockpit. Darunter die Eicherscheider wettkampferprobten Hoffnungsträger Nicolas Nießen, Maurice Förster und Marvin Isaac. Letztgenannter ist 18 Jahre und müsste nach altem Reglement seinen Platz in der Seifenkiste nun räumen. „Doch aufgrund neuer Bestimmungen kann ich weitermachen“, freut sich der Deutsche Meister aus Eicherscheid von 2007.

Zu guter Letzt, ehe eine reich bestückte Tombola ausgespielt wurde und ein Festprogramm über die Bühne ging, sprach Koordinator Klaus Nießen eine Einladung des Österreichischen Kisten-Verbandes aus. Vom 22. Bis 24. August 2014 wird die Hauptstadt Wien Ausrichter des Derby- Weltchampionates sein.

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