Schritt für Schritt zum großen Kinofilm

Von: Lukas Weinberger
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Mit Megaphon und Filmklappe bestens ausgerüstet: Nachwuchs-Regisseur Thomas Bernecker hat schon diverse Kurzfilme gedreht und träumt von einem Hollywood-Streifen. Foto: Lukas Weinberger

Düren. Angefangen hat alles mit einer kleinen Digitalkamera. „Unbedingt“ habe er sie sich gewünscht, sagt Thomas Bernecker heute. Keine 0815-Kamera sollte es sein. Eine Filmfunktion, die musste einfach dabei sein, erinnert sich der Dürener.

2003 ging sein Wunsch in Erfüllung: Zum 13. Geburtstag gab‘s die Digitalkamera von den Eltern. Mit Filmfunktion. Und spätestens da hatte es Thomas Bernecker endgültig gepackt: Seine Leidenschaft ist seit mittlerweile zehn Jahren ungebrochen. Und seitdem träumt er von einer großen Karriere als Regisseur – am liebsten in Hollywood. Natürlich.

Von seinen ersten Gehversuchen erzählt Bernecker heute mit einem Schmunzeln. Auf Geburtstagsfeiern, im Urlaub – überall sei seine Digitalkamera dabei gewesen. Und schließlich waren schnell auch einige seiner Freunde mit im Boot: Die „Bernie Show“ war geboren. Unter diesem Namen entstanden die ersten kleinen Filmprojekte. Thomas Bernecker schrieb Drehbücher, führte Regie. Er drehte die Filme selbst, vor der Kamera standen Freunde. Verbreitet wurden die kleinen Filme auf dem Schulhof. Auch die ehemalige Schule des Düreners wurde schnell auf das Talent Berneckers aufmerksam: Er drehte Lehrfilme, ein Werbefilm war auch dabei.

Erste Erfolge

Die ersten größeren Erfolge stellten sich ebenfalls schnell ein: 2005 nahm Bernecker an seinem ersten Film-Wettbewerb teil, den die Deutsche Krebshilfe veranstaltete. Ein Film war verlangt, der die Wichtigkeit des Eincremens in der Sonne betont. Berneckers kreative Idee, die Hauptrolle mit der Märchenfigur Rotkäppchen zu besetzen, wurde mit Platz 5 und einem Blick hinter die Kulissen der ARD-Sserie „Marienhof“ belohnt – die erste offizielle Bestätigung seiner Arbeit. „Da hat es bei mir ‚Klick‘ gemacht“, sagt Bernecker. Fortan invenstierte er für sein Hobby mehr und mehr Zeit. Noch mehr Leidenschaft. Noch mehr Elan.

Wieder und wieder wurde er in seinem Tun bestätigt: 2006 gewann er einen von einem Computerspiele-Hersteller ausgeschriebenen Film-Wettbewerb. Der Lohn: Sein Kurzbeitrag wurde auf einer DVD veröffentlicht, die in drei großen PC-Magazinen beigelegt war – und er durfte mit seinem Vater nach Hollywood reisen, um sich dort Filmstudios anzusehen. Ebenfalls den ersten Platz erreichte er 2007 beim Jugend-Wettbewerb „Land der Kontraste – NRW“ des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). In einem 17-minütigen Streifen stellte Thomas Bernecker mit einer kleinen Crew das Leben in der Stadt und auf dem Land gegenüber.

Ja, er sei sich damals „immer sicherer geworden, dass er das Hobby zum Beruf machen möchte“, sagt Thomas Bernecker. Auch ein Ziel, zwar eines in weiter Ferne, fasste er zu diesem Zeitpunkt ins Auge: „Irgendwann bei einem großen Hollywood-Streifen Regie führen – das wäre es.“

An diesem Ziel hat sich bis heute nichts geändert. Dass ihm ein langer Weg bevorsteht, das wusste der junge Filmemacher früh. Den ersten Schritt tat er, nachdem er sein Fachabitur in der Tasche hatte: eine Ausbildung zum Mediengestalter Bild und Ton. „Ich wusste, dass ich da Einblicke in viele Bereiche bekomme“, sagt Bernecker. Er sammelte weitere Erfahrungen hinter der Kamera, vertiefte seine Kenntnisse im Schneiden und Vertonen von Videos, knüpfte zudem wichtige Kontakte. Noch etwas anderes hat er festgestellt: „Ich habe das Organisieren an einem Set für mich entdeckt.“ Filmemachen, das sei Teamarbeit. Es bräuchte einen, der koordiniert. Einen, bei dem die Fäden zusammenlaufen.

In dieser Rolle sieht sich Thomas Bernecker nun mehr und mehr – das spiegelt sich auch in den Kurzfilmen wider, von denen er auch jetzt die Finger nicht lassen kann. Der Dürener nimmt nun nicht mehr alles selbst in die Hand, die Kameraführung überlässt er oft anderen. Bernecker liefert Ideen, kümmert sich vorrangig um Regie und Produktion. Darum, dass es so läuft, wie er sich das vorstellt. Nicht mehr seine Freunde stehen vor der Kamera, Bernecker arbeitet jetzt mit Schauspielern zusammen, die ihr Können in Fernsehfilmen oder auf Theaterbühnen unter Beweis gestellt haben.

Eines seiner jüngsten Projekte ist der Social Spot „Milchmädchenrechnung“. Im Kurzfilm behandelt Bernecker das in den vergangenen Jahren immer wieder umstrittene Verhältnis zwischen einfachen Milchbauern und gewinnorientierten Milchkonzernen – verpackt in eine romantische Liebesgeschichte. Vorgeführt wurde der Wettbewerbsbeitrag bei einem Filmfestival in Köln. Mittlerweile wurden seine Projekte mit elf Filmpreisen, einem Förderpreis und zwei Internetauszeichnungen prämiert. „Das ist einfach eine Leidenschaft von mir“, sagt Bernecker. Er suche immer wieder nach Wettbewerben. In Zeitschriften oder im Internet, immer wieder würde es ihn reizen, daran teilzunehmen.

Seine Erfolgsformel seit jeher: „Ich schaue mir an, was verlangt wird“, sagt er. „Und dann mache ich es einfach ganz anders.“ Es sei ungemein wichtig, sich in dieser Branche von anderen abzuheben, Mut zu beweisen. Wohl auch deswegen kann sich der Dürener über mangelnde Aufträge für sein Nebengewerbe, das er 2012 angemeldet hat, nicht beschweren. Zuletzt wurde er von einer großen Spielwarenhauskette gebucht, für die Bernecker momentan eine Onlinevideo-Serie produziert.

Doch allen Erfolgen zum Trotz – angekommen sieht sich Thomas Bernecker längst noch nicht. Im Gegenteil, er will seinem großen Traum näher kommen. Und dafür soll‘s auch beruflich vorangehen: Weiter als Mediengestalter arbeiten, das will Thomas Bernecker nicht. „Das würde mich einfach nicht erfüllen“, sagt er. Zu wissbegierig sei er, er wolle weitere Facetten rund um den Film kennenlernen. Er wird sich mit einer Produktionsfirma selbstständig machen. Der Fahrplan ist abgesteckt, die meisten Vorbereitungen sind getroffen. Er habe mittlerweile sehr gute Kontakte in alle Richtungen, sagt der Dürener – ob zu Kameraleuten oder Schauspielern. „Genügend Erfahrungen habe ich auch gesammelt.“

Es soll der nächste Schritt auf seinem Weg zu seinem großen Traum werden. Der nächste Schritt zum großen Hollywood-Streifen. Sein Traum – der mit einer Digitalkamera und ihrer Filmfunktion begonnen hat.

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