Aachen - Schlecker-Räuber will nach Urteil fliehen

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Schlecker-Räuber will nach Urteil fliehen

Von: Wolfgang Schumacher
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Mit einem Hechtsprung hinter den Richtertisch hat der gerade zu 14 Jahren Haft wegen versuchten Mordes und besonders schwerem Raub verurteilte Aimen D. am Montag versucht, sich seiner gerechten Strafe zu entziehen.

Der aus Brüssel angereiste Kriminelle hatte am 23. September den Schleckermarkt in Burtscheid überfallen und eine Angestellte lebensgefährlich verletzt.

Der gerade 30 Jahre alt gewordene D. hatte sich an seinem Geburtstag im Landgericht einem harten Urteilsspruch der Schwurgerichtskammer zu beugen - 14 Jahre waren wohl zuviel für den noch jungen Gewohnheitsverbrecher. Als die diensthabenden Wachtmeister den Verurteilten zum Abtransport zurück in die Vorführzelle bringen wollten und sich bereits durch die Türe in dem nach unten führenden Treppenhaus zum Gefangenentrakt befanden, vollführte der kleine, aber drahtige Mann eine abrupte Wende und versuchte zu fliehen.

Ein Wachtmeister reagierte blitzschnell und konnte ihn festhalten, eine anderer sprang auf den Richtertisch, der gerade von der 1. Großen Schwurgerichtskammer unter Vorsitz von Richter Gerd Nohl verlassen worden war. Der Beamte warf sich von oben auf den Flüchtenden, in einem Knäuel von Armen und Beinen fielen sie im Gang zwischen Richtertisch und Wand zu Boden.

Dort wehrte sich Aimen D. weiter heftig. Doch inzwischen waren weitere Justizwachtmeister alarmiert. Sie kamen den Kollegen zu Hilfe, andere begannen sofort, den Saal von den verbliebenen Zuschauern zu räumen.

Nach handgreiflichen Tumulten nach einer Urteilsverkündung in der vergangenen Woche in einem Mordprozess ist das der zweite schwere Zwischenfall, der die Sicherheit des Justizzentrums auf die Probe stellt. Ende letzten Jahres musste das Gerichtsgebäude geräumt werden, weil sich ein Verurteilter, der in Freiheit blieb, aus sechs Metern Höhe auf den harten Boden des Atriums stürzen wollte.

Die Tat des 30-Jährigen, so die Kammer am Montag, sei an „Brutalität und Kaltblütigkeit” kaum zu überbieten gewesen, führte Richter Nohl einem völlig ruhig und mit gesenktem Kopf dasitzenden gegenüber Angeklagten aus.

Er hatte der Angestellten im Personalraum des Schleckermarktes in Burtscheid ein 30 Zentimeter langes Fleischermesser in den Bauch gerammt. Als sie zu Boden sank, erbeutete er 5900 Euro aus dem Tresor. Bei seiner Verfolgung wurde eine junge Frau verletzt, die mutig hinter ihm hergerannt war.
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