Elsenborn - Schießübungen: Vorsicht auf der Narzissenwanderung!

Schießübungen: Vorsicht auf der Narzissenwanderung!

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Die Narzissenblüte im Perlen- und Fuhrtsbachtal zieht Jahr für Jahr Scharen von Wanderern an. Besonders beliebt sind geführte Touren. Foto: P. Stollenwerk

Elsenborn. Verständnis, sagt Lagerkommandant Hagen Vandenbulcke, habe er schon, wenn Menschen nach anderthalb Stunden Fahrt Hinweisschilder ignorierten, um doch noch die Narzissenblüte in der Eifel zu sehen.

„Aber wir können nicht warten, bis ein Wanderer verletzt oder sogar getötet wird”, fügt der belgische Kommandeur hinzu. Wenn sich ab Anfang April Millionen wilder Osterglocken wie ein gelb-grüner Teppich durch Perlenbach- und Oleftal ziehen, brächten sich „massenhaft” Menschen auf der Suche nach den Feldern in Lebensgefahr.

Nicht direkt auf das Militärgelände des belgischen Camp dElsenborn, wo generell der Zutritt verboten ist, verirrten sie sich, aber in die Sicherheitszonen, die bei Schießübungen gesperrt sind. Und die finden nicht gerade selten statt.

„An über 120 Tagen im Jahr wird Stand B genutzt”, sagt Vandenbulcke. Bis zu elf Kilometer weit könnten die Projektile der verwendeten kleinen Waffen reichen, auch bis auf deutsches Territorium - was vertraglich zwischen Deutschland und Belgien geregelt ist - und eben auch bis in die Narzissenfelder. Südlich von Kalterherberg, zwischen Hoher Mark, Galgenberg und Mönchskreuz am Krockesbach entlang befinden sich Wiesen, auf denen man sich nicht immer frei bewegen darf.

Während der Schießübungen klappt das belgische Militär an allen Wegen, die zur Sicherheitszone führen, Schilder auf großen Hinweistafeln auf, die das Betreten der Geländes untersagen. „Eigentlich kann man die nicht übersehen”, sagt Vandenbulcke, sie sind mannshoch, die Warnhinweise stehen dort in drei Sprachen angeschlagen.

Da das Gelände gleichzeitig Naturschutzgebiet ist, gibt es keinen Zaun, der vielleicht wirkungsvoller wäre. Aufgrund der Erfahrungen des vergangenen Jahres wird es dieses Jahr mehr Kontrollen durch Polizei und Forstämter geben. „In diesem Jahr ist die äußere Sicherheitszone vom 18. bis zum 25. April sowie vom 1. bis zum 8. Mai geöffnet”, sagt Vandenbulcke. Also auch am Monschauer Narzissenfest am 30. April gebe es keine Einschränkungen.

Wer nicht auf eigene Faust auf Narzissenwanderung gehen will, kann sich einer der vielen Touren des Naturparks Eifel anschließen. Infos gibt es unter 02486/911117 oder unter http://www.naturpark-eifel.de im Internet. Am Freitag wird in dieser Zeitung ein Rundwanderweg ab „Gut Heistert” vorgestellt.

Das belgische Militär hat auf seiner Website unter „Schießen” aktuell aufgeführt, wann Übungen stattfinden.
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