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Schießerei in Aachen: Verdächtiger stellt sich

Von: Stephan Mohne
Letzte Aktualisierung:
Polizei türke Fahndung Schießerei
Mit einem Großaufgebot sucht die Polizei seit Donnerstagabend nach einem 40 Jahre alten Türken, der in der Aachener Innenstadt um sich geschossen hat. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Letztlich war viel Glück im Spiel. Ein großes Kaufhaus im vorweihnachtlichen Einkaufstrubel - und dann fallen mitten in diesem Trubel Schüsse. Vier Kugeln fliegen durch den Raum.

Eine davon schlägt zum Beispiel in der Handtaschenabteilung ein, eine andere in der Decke. Von den Mitarbeitern oder Kunden wird niemand getroffen. Auch der Mann, dem die Schüsse galten, bleibt unverletzt. So - wie berichtet - geschehen am Donnerstagabend an der Komphausbadstraße.

Am Freitag war der Tatverdächtige, den die Polizei als 40 Jahre alten Mann identifiziert hatte, weiter auf der Flucht - bis kurz vor 17 Uhr. Da nämlich erschien der Mann zusammen mit einem Rechtsanwalt auf dem Polizeipräsidium an der Hubert-Wienen-Straße und stellte sich.

Noch am frühen Freitagmorgen hatten sich Spezialeinsatzkräfte der Polizei rund um ein Mehrfamilienhaus am Europaplatz postiert. Es war genau 0.20 Uhr, als es dort einen lauten Knall gab. Die schwer bewaffneten Beamten stürmten die Wohnung des Täters und warfen dabei Blendgranaten.

Eigentlich war sich die Polizei relativ sicher, dass der Mann dort zu finden sei. Doch so war es nicht, die Wohnung war leer. So musste die Großfahndung auch am Freitag mit großem Aufwand fortgesetzt werden. Die Staatsanwaltschaft beantragte unterdessen einen Haftbefehl wegen versuchten Totschlags, den das Gericht auch erließ.

Mit einer Öffentlichkeitsfahndung - also über die Medien mit Bild des Mannes - hielten sich die Behörden zunächst noch zurück. Man hoffte, den Täter auch so dingfest machen zu können: „Wir haben den Fahndungsdruck gezielt erhöht”, sagte Polizeisprecher Paul Kemen auf Nachfrage. Letztlich offensichtlich mit Erfolg. Auch liefen bereits die kriminaltechnischen Untersuchungen an den Patronenhülsen, die im Eingangsbereich des Kaufhauses gefunden worden waren. Insbesondere kann man überprüfen, ob die Waffe schon bei einer anderen Straftat zum Einsatz kam.

Bezüglich der genauen Hintergründe der Tat war die Kripo am Freitag noch nicht so richtig schlau geworden. Das 36 Jahre alte Opfer meldete sich nachts bei der Polizei. Doch seine Angaben halfen nicht weiter. Offenbar sagte der Mann, gar nicht zu wissen, warum es zu diesem Streit gekommen war, der den Schüssen vorausging.

Die Polizei glaubt aber wohl nicht an einen „zufälligen” Alltagszwist. Am Donnerstag war schon einmal von Spielschulden die Rede. Nach Informationen unserer Zeitung sind beide Männer bei der Polizei alles andere als unbekannt. Gegen den 40-Jährigen wurde bereits - unter anderem - wegen Körperverletzung, Bedrohung und Unterschlagung ermittelt.

Alles andere als spurlos dürfte die Geschichte wohl an den Angestellten des Kaufhauses vorbeigegangen sein, die Zeugen des Geschehens wurden und beinahe in der Schusslinie gestanden hätten. Mit Rücksicht auf deren Privatsphäre wollte sich die Geschäftsführung am Freitag nicht äußern.

Die Vernehmungen des Verdächtigen werden am Wochenende wohl auf Hochtouren laufen - so wie vorher die Fahndung.
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