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Sauerland-Gruppe bestreitet Kontakt zur Islamischen Dschihad Union

Von: dpa
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Sauerland-Gruppe/ Adem Yilmaz
Der Angeklagte Adem Yilmaz (l) mit seinem Anwalt Karl Engel. Seit April wird im Hochsicherheitstrakt des Düsseldorfer Oberlandesgerichts der größte deutsche Terrorprozess seit RAF-Zeiten verhandelt. Foto: dpa

Frankfurt/Main/Düsseldorf. Die mutmaßlichen Terroristen der Sauerland- Gruppe legen nach den Worten eines Anwalts derzeit schonungslose und ausführliche Geständnisse ab. „Es wird überhaupt nichts beschönigt”, sagte Johannes Pausch, der Anwalt des Angeklagten Daniel Schneider, am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur dpa.

So bestreite Schneider nicht, dass er Mitglied einer ausländischen islamistischen Gruppe gewesen sei, für die er auch „Brüder” rekrutiert habe. „Für ihn war schon klar, dass es eine Gruppe gibt, für die er tätig ist”, sagte Pausch. Allerdings habe Schneider erst nach seiner Festnahme erfahren, dass der Name der Terrorgruppe „Islamische Dschihad Union” (IJU) gewesen sein soll. „Das war ihm vorher nicht bewusst.” Die Gruppe habe sich nicht als IJU vorgestellt.

Die Mitgliedschaft in einer ausländischen Terrorvereinigung ist einer der Hauptanklagepunkte gegen die vier Islamisten der sogenannten Sauerland-Gruppe. Die Männer sollen laut Anklage eine Terrorzelle der Islamischen Dschihad Union (IJU) gebildet und in Deutschland verheerende Anschläge mit Autobomben geplant haben. Drei von ihnen waren am 4. September 2007 im sauerländischen Oberschledorn festgenommen worden. Einer wurde später in der Türkei verhaftet.

Schneider hat nach Angaben Pauschs auch Aussagen zu den gesuchten Islamisten Eric Breininger und Houssain al Malla gemacht. Diese seien „Freunde aus früheren Zeiten, die er gut kennt”. Der Saarländer Breininger und der Libanese al Malla werden verdächtigt, in pakistanischen Terrorlagern für Anschläge auf deutsche Einrichtungen in Afghanistan und in der Bundesrepublik ausgebildet worden zu sein.

Die Angeklagten im Sauerland-Prozesses werden seit fast vier Wochen zeitgleich in den jeweiligen Gefängnissen von Beamten des Bundeskriminalamts vernommen. Die Anwälte sind bei den stundenlangen Vernehmungen dabei. Die Angeklagten sollen sich nach der Sommerpause ab 10. August erstmals vor dem Düsseldorfer Oberlandesgericht zu ihren Geständnissen äußern. Der Prozess - einer der größten seit RAF- Zeiten - ist bislang bis Mitte Januar terminiert, dürfte nach Einschätzung der Anwälte aber länger dauern.

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