Düsseldorf - Sanierung: Düsseldorfer Aquazoo schließt für anderthalb Jahre

Sanierung: Düsseldorfer Aquazoo schließt für anderthalb Jahre

Von: Ulrich Simons
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Sonntag ist vorläufig Schluss: Der Düsseldorfer Aquazoo wird für 18 Monate zur Großbaustelle. Foto: stock/Marco Stepniak

Düsseldorf. Ein Umzug ist immer eine spannende Sache. Erst recht, wenn Haie, Krokodile und Pinguine mit von der Partie sind. Im Düsseldorfer Aquazoo beginnt nächste Woche das große Kistenpacken. Der 1987 eröffnete Bau im Nordpark ist ein wenig in die Jahre gekommen und wird für knapp 13 Millionen Euro umfassend modernisiert.

18 Monate wird hinter verschlossenen Türen gearbeitet, die Bewohner müssen teilweise in andere Zoos umziehen. Und einige kommen nicht mehr zurück. Für zwei der sieben Krokodile war Dienstag schon Reisetag. In Transportkisten traten sie die Fahrt nach Leipzig an, wo sie für die kommenden anderthalb Jahre ihr Ausweichquartier bezogen. Die anderen fünf werden in einem Krokodilzoo in Dänemark untergebracht.

„Völlig unspektakulär“ sei die Aktion am Dienstag verlaufen, erzählt Sandra Honigs, stellvertretende Leiterin des Aquazoos. „Unsere Krokodile sind ganz umgänglich.“ Drei Tierpfleger seien mit sogenannten „Drängelplatten“ ins Gehege gestiegen und hätten den Reptilien sanft den Weg in die Transportbox gewiesen, die vorher ebenfalls ins Gehege abgelassen worden war. „Die Krokodile sind da ganz gemütlich reinspaziert und fanden das nett.“

Taucher helfen beim Verladen

Dennoch fand diese wie auch die noch kommenden Verladeaktionen unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Vor allem bei den Schwarz- und Weißspitzen-Riffhaien könnte es für die Taucher im Bassin gefährlich werden, wenn die 1,60 bis zwei Meter großen Tiere durch ungewohnte Geräusche oder Blitzlicht erschreckt werden. Zudem muss das Umsetzen aus dem großen Aquarium in die Transportbecken zügig gehen.

Die Haie werden dazu von den Tauchern auf ein Netz gelotst, das am Boden des Bassins liegt. Zuvor wird langsam das Wasser abgelassen, um den Aktionsradius der Tiere zu verkleinern. Schließlich hebt ein Kran einen Hai nach dem anderen aus dem Aquarium in den Transportcontainer.

Anfang Januar beginnen dann die Arbeiten, denn für rund 1,8 Millionen Euro sollen Haie und Pinguine neue Lebensräume bekommen. Das Geld hat der Freundeskreis des Aquazoos zur Verfügung gestellt. Auch der Besucherrundgang soll mithilfe der großzügigen Gabe umgestaltet werden.

Insgesamt 1,5 Millionen investiert die Stadt in die Ausstellungsräume. Der Eingangsbereich wird behindertengerecht umgebaut, ein neues Leitsystem installiert. Auch die großen Scheiben der Aquarien müssen instand gesetzt werden. Fünf Millionen Euro fließen in den Hochbau, den dicksten Brocken verschlingt mit rund 6,5 Millionen Euro die Gebäudetechnik, darunter ein neues Blockheizkraftwerk, mit dessen Hilfe das Museum seinen Beitrag zum Klimaschutz leisten will.

Von all dem werden die sechs Eselspinguine, die derzeit noch den Aquazoo bevölkern, nichts mehr mitbekommen. Sie ziehen dauerhaft in den Wuppertaler Zoo. Was nicht ganz so kompliziert wird wie bei den Haien und den Krokodilen, sagt Sandra Honigs. „Die Tiere haben ein gutes Verhältnis zu ihren Pflegern. Die könnte man sich zur Not auch unter den Arm klemmen.“ Weil das für den Weg von Düsseldorf nach Wuppertal aber keine Lösung ist, kommen die kleinen Frackträger in eine Kiste und dann ins Auto. „Die werden in Wuppertal ganz luxuriös bis vors Gehege gefahren.“ Fehlt nur noch der rote Teppich.

Probleme könnten den antarktischen Tieren allenfalls die Temperaturen machen, weshalb man Pinguin-Transporte lieber im Winter macht. Sandra Honigs: „Die Tiere können bei zu hohen Außentemperaturen oder auch durch den Stress überhitzen. Dann kann es für sie lebensbedrohlich werden.“ Den Platz der Eselspinguine in Düsseldorf werden ab dem Frühjahr 2015 afrikanische Pinguine einnehmen.

Die anderen großen und kleinen Bewohner des Aquazoos dürfen in ihrer vertrauten Umgebung bleiben und ziehen bei Bedarf allenfalls innerhalb des Hauses um. „Mehr als 85 Prozent unserer Tiere bleiben da und bekommen von der Baustelle nichts mit“, beschreibt Sandra Honigs die kommenden Wochen und Monate. „Für die wird das ganz normal sein. Da wo heute noch die Besucher herumlaufen, sind dann eben Bauarbeiter.“

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