Sanierung der Kölner Bühnen nicht im Zeitplan

Von: Madeleine Gullert
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Köln. Die Sanierung der Kölner Bühnen verläuft nicht nach Plan. Das Opern- und Schauspielhaus am Offenbachplatz sollte eigentlich am 7. November 2015 groß Wiedereröffnung feiern. Das scheint derzeit unrealistisch. „Die Situation ist sehr, sehr kritisch“, sagte Reinhard Beuth, Leiter der Öffentlichkeitsarbeit Sanierung. Es gebe zwar noch einen Funken Hoffnung, alles rechtzeitig zu schaffen, aber nur einen sehr kleinen.

In dem aktuellen Monatsbericht des von der Stadt beauftragten Projektsteuerers finden sich viele rote Balken und rote Punkte. Kein gutes Zeichen. Was den Zeitplan angeht, besteht demnach ein „hohes Risiko“. Denn Ist-Zustand- und Soll-Balken klaffen weit auseinander. Gebaut wird seit Juli 2012.

Dass es bei der Sanierung eines Gebäudes aus den 50er Jahren Probleme geben kann, ist nicht überraschend. Schon einmal musste der wohl zu ehrgeizige Eröffnungstermin vom Sommer 2015 auf den November verschoben werden. Die Stadt Köln hält für die neuerlichen Verzögerungen aber die zuständigen Firmen für verantwortlich. „Mit einem der großen Player auf der Baustelle hat sich ein Problem eingestellt“, sagte Beuth.

Was den Rohbau angeht, ist man laut Stadt gut im Plan. Die Rohbauabnahme wird voraussichtlich im Juni 2015 stattfinden, heißt es in dem Bericht. Auch bei der Restaurierung im Innengebäude sowie der Erneuerung der Bühnentechnik gehe alles soweit in Ordnung, erklärte Beuth. Die „Problemfirmen“ sind für die Gebäudetechnik zuständig. Das heißt: Klimaanlage, Belüftung, Strom- sowie Wasserleitungen und etwa Brandschutz.

Laut Monatsbericht hat die Stadt bereits im Mai mit den betroffenen Firmen sogenannte Beschleunigungsmaßnahmen ausgehandelt – ohne Wirkung. „Ein ,Durchstarten‘ der Firmen steht nach wie vor aus“, ist dort zu lesen. Grund hierfür sei der Mangel an Fachkräften. Demnach konnten keine zusätzlichen Arbeiter auf die Baustelle geschickt werden. Nach einer neuerlichen Ermahnung sollen die Firmen ab Januar Lösungen aufzeigen, um die Bauarbeiten zu beschleunigen. Die Stadt hat bereits Rechnungskürzungen vorgenommen. Die Bühnen prüfen auch, ob sie Schadenersatzansprüche geltend machen können.

„Wir verabschieden uns gerade von der Idee, den gesamten Gebäudekomplex zu eröffnen“, sagte Beuth. Man plane nun Alternativszenarien. Die gebe es nicht griffbereit in der Schublade. Eine denkbare Notlösung sei eine gestaffelte Eröffnung der Häuser. „Wir würden gern die dringlichsten Teile schneller eröffnen, aber es ist nicht klar, ob das technisch und logistisch überhaupt möglich ist“, sagte Beuth. Schließlich sei etwa für alle Teile des Gebäudes nur eine Lüftungsanlage geplant. Da könne man nichts vorziehen.

Eröffnung der Oper hat Priorität

Oberste Priorität hat die Eröffnung der Oper. Das sei aber keine Priorisierung der Sparte an sich, sondern der Faktenlage geschuldet, erklärte Beuth. Die Oper ist zurzeit in den ehemaligen Musicaldome, das blaue Zelt am Breslauer Platz hinter dem Hauptbahnhof, ausgelagert. Der Mietvertrag läuft aber nur bis zum Sommer und kann nicht verlängert werden. Das Schauspiel hingegen ist in das Depot 2, eine Halle in Mülheim, ausgelagert. Diese Ausweichbühne ließe sich ohne größere Probleme länger nutzen. Das Kleine Schauspiel und die Kinderoper würden als Letzte neu eröffnet.

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