Säuremorde von Tüddern: Lange Haftstrafen

Von: red
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Maastricht/Selfkant. Mit zwei Freisprüchen und zwei langjährigen Haftstrafen für die Hauptangeklagten ist am Mittwoch der „Säuremord“-Prozess in Maas­tricht zu Ende gegangen. Insgesamt waren fünf Mitglieder der Familie L. aus dem niederländischen Sittard angeklagt.

Die im deutschen Selfkant-Tüddern lebende Familie - sowie ein Bekannter namens Ron van K. - war beschuldigt, zwei aus dem Irak stammende Männer in ihrer Wohnung getötet, zerlegt, dann im belgischen Gellik bei Lanaken in Salzsäure eingelegt und die Überreste durch den Abfluss gespült zu haben.

Die Richter sprachen laut niederländischen Medienberichten Vater Hub L. und dessen Tochter Rachelle frei; die Staatsanwaltschaft hatte zuvor 18 respektive acht Jahre Haft gefordert. Beide wurden sofort auf freien Fuß gesetzt. Das Gericht stufte die Beschuldigungen des angeklagten van K. gegen Hub L. als nicht glaubwürdig ein. Vater und Tochter konnte nicht nachgewiesen werden, etwas mit dem Tod von Mohammad al J. und der Auflösung dessen Leichnams zu tun zu haben.

Anders sahen dies die Richter bei der Mutter. Els L. muss für den Mord an al J., wie von der Staatsanwaltschaft gefordert, 15 Jahre in Haft. Laut Gericht habe sie als einzige auf den damals 29-Jährigen geschossen - und das mehrmals. Ihr Sohn Maurice L. wurde schuldig befunden, Alan G. getötet zu haben. Die Staatsanwaltschaft forderte 18 Jahre, verurteilt wurde er wegen verminderter Zurechnungsfähigkeit zu 13 Jahren. Für das Auflösen der Leichen müssen Ron van K. 30 Monate sowie mit Michel L. ein weiteres Familienmitglied für 26 Monate in Haft.

Der Fall beschäftigte seit November 2011 die Staatsanwaltschaft Maastricht, zeitweise waren auch die Staatsanwaltschaften Aachen und Tongeren involviert. Seither wurde Familie L. verdächtigt, im August 2011 al J. erschossen und im Sommer 2009 dem 24-jährigen G. die Kehle durchgeschnitten zu haben.

Ein Sondereinsatzkommando stürmte nach intensiven Ermittlungen im November 2011 die Wohnung der Familie in Tüddern und eine weitere in Waldfeucht-Haaren und nahm mit der Mutter und zwei erwachsenen Söhnen drei der fünf Familienmitglieder fest.

Zuletzt wurde schließlich Tochter Rachelle als letzte in Spanien gefasst, wohin sie mit ihrem Vater geflüchtet war.

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