Aachen/Berlin - Sachverständige fordern Ausstieg aus der Braunkohle-Verstromung

Sachverständige fordern Ausstieg aus der Braunkohle-Verstromung

Von: Marlon Gego
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Die Sachverständigen halten die Bundesregierung dazu an, endlich eine „klare Position zur Beendigung der Kohleverstromung“ einzunehmen, nur dann könne der Strukturwandel in den Revieren eingeleitet werden.

Aachen/Berlin. Eine Studie von sieben Wissenschaftlern empfiehlt der Bundesregierung, den Ausstieg aus der Braunkohleverstromung „unverzüglich einzuleiten“. Die ältesten Kraftwerksblöcke sollen bis 2020 abgeschaltet, die übrigen bis in die 30er Jahre weiterbetrieben werden, heißt es in der Studie, die unserer Zeitung vorliegt.

Für das Rheinischen Braunkohlerevier hätte dies zur Folge, dass das Kraftwerk Weisweiler und der Tagebau Inden noch drei Jahre lang in Betrieb blieben und nur noch die drei emissionsärmsten Blöcke nach 2020 weiterbetrieben würden: einer im Kraftwerk Niederaußem, zwei im Kraftwerk Neurath. Anders seien die Klimaziele Deutschlands nicht einzuhalten. Die Autoren der Studie sind Mitglieder des Sachverständigenrates für Umweltfragen, ein wissenschaftliches Beratungsgremium der Bundesregierung.

Die Studienautoren halten die Frage der Laufzeiten jedoch für nachrangig. Entscheidend sei, eine maximale Menge von CO2-Emissionen für die Braunkohleverstromung der kommenden Jahre festzulegen, die nicht überschritten werden dürfe. Es wird empfohlen, besonders die Tagebaue Hambach und Garzweiler zu verkleinern und die endgültigen Grenzen so schnell wie möglich neu zu definieren.

Die Stromversorgung in den Zeiten, in denen weder Wind- noch Sonnenenergie verfügbar ist, könne kurzfristig mit Energie aus Gaskraftwerken sichergestellt werden. Den Berechnungen der Studie zufolge wäre der Braunkohlestrom schon bald verzichtbar.

Es geht um 7000 RWE-Beschäftigte

Die Sachverständigen halten die Bundesregierung dazu an, endlich eine „klare Position zur Beendigung der Kohleverstromung“ einzunehmen, nur dann könne der Strukturwandel in den Revieren eingeleitet werden. Der Aachener Ingenieur Reiner Priggen, zwischen 2000 und 2017 Landtagsabgeordneter der Grünen, hält die Sorgen um die Beschäftigten im Rheinischen Revier allerdings für übertrieben.

Bis 2020 würde RWE im Rheinischen Revier noch 7000 Menschen beschäftigen, von denen „bis Mitte der 30er Jahre zwei Drittel in Rente gehen“, sagte Priggen unserer Zeitung. Für die verbleibenden 2300 Angestellten werde eine Lösung gefunden.

RWE wirft den Studienautoren vor, ihren Berechnungen zum Teil falsche Zahlen zugrunde zu legen. Durch die Stilllegung der ältesten Kohleblöcke werde „das Tagebausystem als Ganzes gefährdet“. Das sei „mit Blick auf die Beschäftigten und die Region ebenso wenig akzeptabel wie mit Blick auf die Versorgungssicherheit“.

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