RWTH: Studienberatung nun schon für 14-Jährige

Von: Axel Borrenkott
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Aachen. „Kinder waren noch nie unsere Zielgruppe.” Warum auch, fragt man sich, wir sind schließlich in der Studienberatung der RWTH.

Was sollen dort „Kinder und pubertierende Jugendliche”? Doch wer die Konsequenzen von G8 begreifen will, ist hier durchaus an einer richtigen Adresse. Die RWTH jedenfalls hält es für konsequent und richtig, zum neuen Studieninformationstag auch schon 14-Jährige einzuladen. „Das ist ein Umgang mit der Wirklichkeit der verkürzten Schulzeit.”

So richtig wohl scheint sich Wolfgang Loggen bei solchen Sätzen noch nicht zu fühlen. „Man kann darüber diskutieren, ob das gut ist”, sinniert der Leiter der Zentralen Studienberatung. Aber es sei nun einmal „die Wirklichkeit”, dass „mit G8 auch die Zeit der Studienorientierung nach vorne rückt”. So drückt es der Rektor der RWTH, Ernst Schmachtenberg, in seiner Einladung zum „Erstinfotag” am 2. Juli aus. Eingeladen sind die Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen neun bis elf unter dem Motto „Entdecke die Welt des Studiums”.

Bis zu 5000 Interessenten

An diesem Samstag soll den „14 bis 17-Jährigen” und ihren Eltern in erster Linie nahegebracht werden, was „die noch fremde Welt” einer Universität überhaupt ist und was man so alles an der RWTH studieren kann. „Lust auf ein Studium” und „Lust auf die RWTH”, so Studienberater Andreas Steinbeck, sollen sie bekommen. Eine ganze Reihe von Vorführungen gibt es - darunter Hightech-Bagger und die Simulation einer Kernschmelze - und natürlich jede Menge Vorträge aus allen Fachrichtungen. Alle Professoren seien beraten worden, sich möglichst altersgerecht auszudrücken, „Die Vorträge sind auf die jüngere Klientel ausgerichtet”, versprechen die Studienberaterinnen Swenja Schiwatsch und Jaana Kähkönen. Es gehe also nicht um die Darstellung der Studiengänge im Detail, sondern um Fragen der Art „Was mache ich als Maschinenbauer?”

Die RWTH will sich so „einladend” wie möglich geben, das betonen Loggen und seine Kollegen ein ums andere Mal. „Der unbeschwerte erste Kontakt mit der Hochschule soll eine Entdeckung sein.” Schüler und Eltern sollen mit dem Gefühl nach Hause gehen, „dass es sich lohnt und dass es wichtig ist”, sich von da an mit der Studienwahl zu beschäftigen. Loggen sagt tatsächlich, dass mit diesem „Erstkontakt ein Prozess beginnt, der sich hinziehen muss bis zum Abitur”.

Da stutzt man denn doch. Muss G8 wirklich bedeuten, dass man sich ab 14 mit der der Wahl des geeigneten Studiums beschäftigt? „Im Umgang mit dieser Altersgruppe sammeln wir alle neue Erfahrungen”, sagt Wolfgang Loggen. Immerhin ist die RWTH die erste und bislang einzige Hochschule in NRW, die so früh anfängt.

Der bisherige Studieninformationstag richtete sich übrigens an die Klassen elf bis 13, während man nun also zwei Jahrgänge früher beginnt und die Abschlussklassen nicht einlädt (die sollen dann zu den alljährlich drei Beratungstagen Ende Januar kommen). Neu ist auch der Veranstaltungstag. Der bisherige Mittwoch „wurde oft als Klassenausflug genutzt. Durch die Verlegung auf einen Samstag erwarten wir als Besucher nur wirklich Studieninteressierte und begleitende Eltern”.

Mit 3000 bis 5000 Interessierten rechnet Loggen „optimistisch”. Nicht zuletzt mit vielen Eltern. Deren Interesse an Studium ihrer Kinder sei in den letzten Jahren enorm gestiegen. Kamen vor fünf Jahren ganze 25 zu Elternabenden, seien es heute 250. „Die wollen sogar mit in die Einzelberatung” für die Abiturienten. Das aber wollen die Studienberater bei aller Fürsorge für den Nachwuchs der RWTH dann doch nicht.
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