Aachen - RWTH-Graduiertenfest: Abschlussfeier wie in den USA

WirHier Freisteller

RWTH-Graduiertenfest: Abschlussfeier wie in den USA

Von: Madeleine Gullert
Letzte Aktualisierung:
8380368.jpg
Freude über den Abschluss: Hunderte dieser Hüte werden beim Graduiertenfest der RWTH Aachen fliegen. Zwei Studenten führen die Abschlusskleidung – Hutquaste und Schärpe – in RWTH-Blau vor. Foto: Schmitter

Aachen. Es ist eine Szene, die in keinem amerikanischen College-Film fehlen darf: Nach Erreichen des Abschlusses werfen die Absolventen freudestrahlend ihre Hüte in die Luft, das Zeugnis in der Hand. Solch ein emotionales Fest können in diesem Jahr auch die Absolventen der RWTH Aachen erleben, beim ersten Graduiertenfest am 6. September.

Unter dem Motto „Tschö wa“ lädt die RWTH alle Studenten, die im Sommersemester 2013 und im Wintersemester 2013/14 ihr Studium beendet haben in das Dressurstadion in der Soers ein. Die Resonanz ist groß, 1000 von etwa 6000 Absolventen haben sich angemeldet, zusätzlich werden 3000 Begleitpersonen erwartet. „Wir haben das total unterschätzt, freuen uns aber“, sagt Henriette Finsterbusch, Mitarbeiterin der RWTH, die das Fest maßgeblich mitgeplant hat. Weitere Verwaltungsmitarbeiter waren außerdem mit der Organisation beschäftigt, auch damit, Sponsoren zu akquirieren. Besonders froh ist man, einen schönen und großen Veranstaltungsort gefunden zu haben. „Der Zuspruch unserer Graduierten ist so groß, dass wir das Fest gerne einmal jährlich ausrichten würden. Voraussetzung hierfür ist allerdings, dass wir auch für die kommenden Jahre ausreichend Unterstützung aus der Wirtschaft erhalten, um den großen Aufwand für das Fest überhaupt leisten zu können“, sagt RWTH-Kanzler Manfred Nettekoven.

Dabei ist es eher ein Zufall, dass es nun so ein pompöses Fest geben wird, ursprünglich war nur ein feierlicher Rahmen für den neu gegründeten Aachener Ingenieurpreis geplant. Der wird nun am Vorabend im kleinen Rahmen verliehen. Am Tag der großen Graduiertenfeier hält der Preisträger – der Ingenieur und Unternehmer Bertold Leibinger – eine Rede.

Die Idee für diesen Preis hatte der Fraktionsvorsitzende der Grünen im Landtag und RWTH-Absolvent Reiner Priggen. „Aachen ist mit der RWTH weltweit eine der besten Technischen Hochschulen“, sagte Priggen, und die Universität sei wichtig für den Standort Aachen. Das müsse mit einem Preis gewürdigt werden. Die Hochschulleitung hatte dann die Idee, das Graduiertenfest zu veranstalten. „Unsere Beobachtung ist, dass Studierende uns erst so richtig gerne haben, wenn sie uns schon lange den Rücken gekehrt haben. Wenn wir das ändern wollen, müssen wir eine Gelegenheit bieten, dass eine große Zahl von Menschen einen emotionalen Anker erhält, der die Erinnerung an ihre Studienzeit mit Verve unterstreicht“, sagt Kanzler Nettekoven. Man wolle die Leistung der Studenten mit dem Fest würdigen. Finsterbusch selbst hat bei einem Austausch in den USA eine typische Abschlussfeier miterlebt. „Das war toll, richtig emotional.“ So ein Erlebnis wollten sie und die Hochschulleitung nun auch den Aachener Studenten ermöglichen.

Einmarsch ins Stadion

Die Gäste der Absolventen werden auf den Rängen im Stadion in der Soers sitzen, Musik vom Bocholtzer Symphonieorchester hören, und dann marschieren nach und nach – sortiert nach Fakultäten – die Studenten in den Innenraum des Dressurstadions ein. Jede der neun Fakultäten hat ein eigenes Lied. Erwartet wird am 6. September der Aachener Oberbürgermeister Marcel Philipp (CDU), der gemeinsam mit dem Rektor die Absolventen und ihre Familien begrüßen wird. NRW-Wissenschaftsministerin Svenja Schulze (SPD) debattiert auf der Bühne mit einem Studienvertreter. „Zu viele Reden sollen es aber nicht sein“, gibt Finsterbusch Entwarnung. Eine lockere Atmosphäre sei angestrebt: So wird das „Happy“-Video der RWTH gezeigt, diverse Gruppen – etwa der Unisport – werden etwas vorführen, zudem gibt es auf einer großen Leinwand Video-Grüße von Alumni, also früheren Absolventen, aus der ganzen Welt.

Zehn Euro Eintritt zahlt jeder Besucher, damit die Teilnahme etwas verbindlicher ist, wie Finsterbusch erklärt. Man habe schon einmal schlechte Erfahrungen bei einer kostenlosen Veranstaltung gemacht. Für jeden Absolventen gibt es aber ein Geschenk: die typischen schwarzen Hütchen mit Bommel dran und eine Schärpe, in RWTH-Blau. Doktorjubilare werden auch teilnehmen und silberne und goldene Hüte tragen – je nach Jubiläum. Ihre Zeugnisse bekommen die Studierenden bei der Feier nicht überreicht. Das sei zu langwierig und kompliziert. Aber eins darf natürlich nicht fehlen wie bei den großen Feiern in den USA: Das moderierte Hütewerfen soll der Höhepunkt werden. Nettekoven: „Wir wollten einen Moment schaffen, an den man sich gerne erinnert.“

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert