Aachen - RWTH bereitet sich auf neue Studenten-Generation vor

RWTH bereitet sich auf neue Studenten-Generation vor

Von: Axel Borrenkott
Letzte Aktualisierung:
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Die neuen Studenten sind noch Kinder. Der Grund: G8 bringt Erstsemester, die noch keine 18 sind. Die RWTH Aachen bereitet sich auf diese neue Generation vor: Die Eltern müssen eine Generalvollmacht ausstellen. Foto: dpa

Aachen. Die Studenten werden nicht nur viel mehr, sondern auch jünger. Die meisten Hochschulen wissen noch gar nicht recht, was da auf sie zukommt, wenn ein Großteil ihrer Erstsemester gerade einmal 17 Jahre alt ist. „Wir können uns da alle nur vortasten”, sagt Wolfgang Loggen, Chefstudienberater der RWTH.

Klar ist aber schon, dass man sich nicht nur um die Anpassung des Lernstoffs kümmern muss. Jetzt kommen die Kinder an die Uni, das ist nicht nur ein Scherz. Minderjährige brauchen die Einwilligung ihrer Eltern.

Noch gibt es in Aachen zwar erst wenige Erstsemester aus den sechs Bundesländern, in denen die gymnasiale Laufbahn bereits nach zwölf Jahren zu Ende ist. Den großen G8-Ansturm wird es zum Wintersemester 2013 geben - nach dem Doppelabitur in NRW. „Wir müssen wissen, worauf wir uns einstellen müssen”, sagt Aloys Krieg, Prorektor für Lehre. Daher wird man im Frühjahr in einer Reihe von Workshops mit Lehrern erörtern, was sich vor allem in den Schulfächern Mathematik und Naturwissenschaften ändert.

Möglicherweise wird man danach einige Inhalte dieser Fächer für den Übergang zwischen Schule und Uni verpflichtend machen, deutet Krieg an. Zumal die Mathematik seit Jahr und Tag aus Sicht der Hochschule ein Problemfach ist, was nicht zuletzt die überquellenden Vorkurse belegen.

Vergleichsweise einfach, hofft man doch, lässt sich ein anderes Problem lösen: Wie macht man aus Minderjährigen geschäftsfähige Studierende, die nicht jedesmal ihre Eltern fragen müssen, wenn sie sich ein Buch in der Bibliothek ausleihen wollen?

Die RWTH lässt sich von Studienbewerbern, die noch keine 18 sind, eine „Generaleinwilligung” von deren Erziehungsberechtigten geben. Diese erklären sich so damit einverstanden, dass ihr Kind „alle mit der Aufnahme des Studiums verbundenen Rechtsgeschäfte” vornehmen darf. Das reicht von der Einzahlung von Gebühren, der Anmeldung zu Klausuren, Nutzung des Rechenzentrums über die Teilnahme an Exkursionen und dem Hochschulsport bis eben zur Ausleihe von Büchern.

Spannender wird fraglos, was Loggen „Neuland für uns alle” nennt. Man rechnet damit, dass sich das Verhalten vieler Studienanfänger verändert, „schülerhafter” wird. Wenn die Erstsemester weniger Hochschul-Reife mitbringen, „werden wir unsere Vortragsformate anpassen müssen”, sagt Loggen: „Unsere Ausdrucksweise wird auch weniger akademisch sein.” Eine ziemliche Veränderung für eine Universität.

Elterninformation der RWTH-Studienberatung

Darüber, was Eltern bei der Studienentscheidung ihres Kindes beachten sollten, referiert am kommenden Dienstag, 11. Oktober, der Leiter der Zentralen Studienberatung, Wolfgang Loggen. Der Vortrag beginnt um 18 Uhr im Hörsaal I des RWTH-Hauptgebäudes, Templergraben 55, in Aachen.

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