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Rettungsdienste üben für den Krisenfall

Von: ddp/dpa
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Katastrophenschutz
Auch aus der Städteregion Aachen und den Kreisen Düren und Heinsberg sind mehrere Patiententransportzüge zunächst in Weisweiler zusammen gezogen worden, um dann gemeinsam nach Köln zur Katastrophenschutzübung zu fahren. Foto: Ralf Roeger

Köln/Aachen. Nordrhein-Westfalens Rettungsdienste bereiten sich in großangelegten Übungen auf die Bewältigung von Katastrophen vor. Dazu fanden am Mittwoch in Köln, Dormagen, Gummersbach und Lemgo Probeeinsätze statt.

Auch aus der Städteregion Aachen und den Kreisen Düren und Heinsberg sind mehrere Patiententransportzüge zunächst in Weisweiler zusammen gezogen worden, um dann gemeinsam nach Köln zu fahren. Rettungsfahrzeuge aus Eschweiler und der Städteregion rasten mit Blaulicht und Martinshorn Richtung Kraftwerk Weisweiler. Eine wenig genutzte Straße dort ist „Bereitsstellungsraum” - der Sammelplatz für die Helfer.

Minuten vorher hatte die Eschweiler Feuerwehr dort ihre Mobile Einsatzleitung abgesetzt. Knapp eine Stunde später kam der Marschbefehl Richtung Köln-Eifeltor. Damit wurden die Retter aus der Region eingebunden in die Katastrophenschutzübung „LÜKEx 2010”, an der am Mittwoch und am Donnerstag rund 3000 Kräfte mitwirken.

Es ist 10.32 Uhr, als es auf dem Flughafen Köln-Bonn laut knallt. Ein Passagierflugzeug ist in Rauchschwaden gehüllt, dahinter ein Feuerball, Dutzende Verletzte liegen auf dem Rollfeld. Zum Glück ist dieses Schreckensszenario eines Terroranschlags nur gespielt: Mehr als 2000 Einsatzkräfte von Polizei, Feuerwehr und Hilfsorganisationen probten am Mittwoch den Ernstfall. Die Aktion war Teil der bundesweiten Krisenmanagementübung „LÜKEX 09/10”.

Keine Minute nach der Explosion rasen die ersten Wagen der Flughafen-Feuerwehr heran. Die Mitarbeiter springen raus und beginnen mit dem Löschen der Flammen und der Bergung von Menschen. Sofort ist klar: Hier werden sehr viele Helfer gebraucht. Die Alarmkette setzt sich in Gang. Neben der Kölner Berufsfeuerwehr werden auch Feuerwehren aus dem Umland alarmiert, Rettungswagen und Polizeiautos treffen ein, immer mehr Sirenengeheul ertönt.

„Die größte Herausforderung ist die Rettung der zahlreichen Verletzten”, sagt Feuerwehrsprecher Daniel Leupold. 77 Menschen sind bei diesem Szenario verletzt worden, zudem gibt es 15 Tote. Notärzte und Sanitäter gehen von einem zum anderen, kennzeichnen die Opfer nach der Schwere ihrer Verletzungen mit roten, gelben oder grünen Bändchen. Die Feuerwehr hat ein Notzelt aufgebaut, in dem Verletzte versorgt werden können.

Diese werden von Freiwilligen gespielt. Einer von ihnen ist Norbert Rosin. Der pensionierte Bundeswehrangehörige soll so tun, als sei ihm durch die Explosion ein Arm abgerissen worden. Mit Knetmasse und Farbe haben Helfer ihn vor der Übung präpariert, die klaffende Wunde an Rosins Schulter sieht jetzt täuschend echt aus.

Inzwischen kreisen Hubschrauber über dem Anschlagsort. Nach und nach bringen Rettungswagen die Verletzten in Krankenhäuser. 13 Kliniken beteiligen sich an der Übung. Neben rund 800 Mitarbeitern von Feuerwehren und Hilfsorganisationen machen 1000 Polizisten und 100 Flughafen-Beschäftigte mit, hinzu kommen Übungsleiter, Beobachter und Organisatoren.

Nur 75 Minuten nach dem ersten Anschlag auf dem Flughafen kommt auf die Teilnehmer die nächste Herausforderung zu: Ein Selbstmordattentäter sprengt sich mit einer „schmutzigen Bombe” in die Luft. Nun geht es für die Rettungskräfte vor allem um die Dekontamination von Personen, die mit radioaktivem Stoff in Berührung gekommen sind.

„Wir üben unter möglichst realistischen Bedingungen”, sagt der nordrhein-westfälische Innenminister Ingo Wolf (FDP). Ziel sei es, die Zusammenarbeit zwischen den Behörden und Organisationen beim Katastrophenschutz zu testen und mögliche Schwachstellen herauszufinden. Neben Nordrhein-Westfalen lagen regionale Schwerpunkte der 36-stündigen „LÜKEX” („Länder übergreifende Krisenmanagement-Übung/Exercise”) in Berlin, Bayern und Schleswig- Holstein.
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