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Reservierungsfreiheit im Thalys: weiter ungewiss

Von: gei
Letzte Aktualisierung:
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Ist die Reservierungsfreiheit im Thalys von Aachen nach Köln bald der Vergangenheit? Das Unternehmen dementiert, die Sorgen aber bleiben.

Aachen. Für Berufspendler auf der Bahnstrecke Aachen-Köln ist es weiterhin ungewiss, ob sie auch nach dem Fahrplanwechsel im nächsten Monat noch in einen reservierungsfreien Thalys-Waggon einsteigen können.

Die Gespräche zwischen der Deutschen Bahn (DB) und der Thalys-Gesellschaft seien noch nicht abgeschlossen, heißt es in einem Schreiben von Ulrich Homburg, Vorstand des Personenverkehrs der DB, an die beiden SPD-Abgeordneten Ulla Schmidt und Karl Schultheis. Die DB wolle sich, so Homburg, „im Rahmen unserer Möglichkeiten” für eine kundenfreundliche Lösung einsetzen.

Eher schwammige Antwort von Thalys

Eher schwammig hatte zuletzt die Thalys-Pressestelle Anfragen zur Reservierungspflicht beantwortet, nachdem entsprechende Gerüchte unter Pendlern die Runde machten. Sollte die Reservierungsfreiheit im berühmten Wagen 28 wegfallen, würden de facto täglich zehn schnelle Verbindungen für Pendler aus Aachen entfallen.

Proteste hat dies bereits bei zahlreichen Politikern aus der Region, bei Wirtschaftsverbänden und Hochschulen hervorgerufen. Sie eint die Sorge, dass die Region Aachen damit vom schnellen und internationalen Schienenverkehr abgehängt werden und an Attraktivität verlieren könnte.

Dem widerspricht nun zumindest die DB, die im gleichen Schreiben darauf verweist, dass sie zwischen Aachen und Köln künftig vier statt drei ICE-Verbindungen anbiete.

Befahren wird dann jedoch nicht mehr die Strecke Aachen-Berlin, sondern Brüssel-Frankfurt. Aus zeitlichen Gründen wird der Zwischenstopp in Düren gestrichen, wie die DB nochmals darlegt. „Hier muss nachgearbeitet werden”, kündigen Schmidt und Schultheis an.

„Herber Verlust”

Beide bezeichnen den Wegfall der umsteigefreien Verbindung in die Bundeshauptstadt als „herben Verlust”, betonen aber zugleich, dass Pendler „nun keine gravierenden Probleme zu befürchten haben, ihren Arbeitsplatz in der Köln/Bonner Region schnell zu erreichen”.

Letzteres trifft allerdings nur dann zu, wenn es bei der bisherigen Reservierungsfreiheit des Thalys bleibt. Weder die Protestschreiben der Politiker, noch eine von der Grünen-Abgeordneten Bettina Herlitzius unterstützte Unterschriftensammlung hat das Unternehmen bisher zu einer eindeutigen Aussage bewegen können. Weil die Thalys-Verbindungen stets gut gebucht sind, hat die Zuggesellschaft wenig Interesse an dem preiswerteren Zusatzangebot für Pendler. Seit Jahren gibt es daher immer wieder Vorstöße, die Mitnahmeregelung für Pendler zu ändern. Anteile an der Thalys-Gesellschaft hält auch die DB.
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