Jülich/Köln - Remmel: Berlin für Castor-Transporte in NRW verantwortlich

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Remmel: Berlin für Castor-Transporte in NRW verantwortlich

Von: dpa
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Castor Atommüll Jülich
Das Land Nordrhein-Westfalen ist mit einem Versuch gescheitert, die Atommülltransporte von Jülich nach Ahaus zu verhindern. Foto: Volker Uerlings

Jülich/Köln. Streit über neue Castor-Fahrten: Die rot-grüne Regierung in Nordrhein-Westfalen hat die Bundesregierung für geplante Atomtransporte auf den Straßen des Bundeslandes verantwortlich gemacht.

Anlass der Debatte ist der Verbleib von 152 Castor-Behältern auf dem Gelände des Forschungszentrums in Jülich (FZJ). Am Mittwoch hatte der Bund im Aufsichtsrat des FZJ durchgesetzt, dass die dort gelagerten strahlenden Abfälle in das Zwischenlager im westfälischen Ahaus gebracht werden.

Derartige Transporte seien nicht hinnehmbar, sagte Landesumweltminister Johannes Remmel (Grüne) am Donnerstag im Sender WDR 2. Die Entscheidung bedeute, dass über eineinhalb Jahre hinweg täglich zwei Castor-Behälter unter hohem Aufwand über die Straße nach Ahaus gebracht werden müssten. Das Land müsse allein für die Sicherung durch die Polizei 50 bis 60 Millionen Euro kalkulieren.

Die rot-grüne Koalition in Düsseldorf wollte die Voraussetzungen dafür schaffen, dass die Castor-Behälter in Jülich bleiben können, setzte sich damit jedoch nicht durch. Die jetzige Genehmigung für die Lagerung in Jülich läuft aus. Remmel betonte, dass es andererseits aber auch noch keine die Genehmigung für die Lagerung in Ahaus gebe.

Auch NRW-Wissenschaftsministerin Svenja Schulze (SPD) kritisierte die geplanten Transporte. Sie sagte dem Radiosender WDR 5, dass die in Jülich gelagerten Atomabfälle nur noch einmal befördert werden dürften - in ein Endlager. Die Unterbringung des Atommaterials in einem weiteren Zwischenlager sei ein „unnötiges Risiko”. Die Ministerin warf der Bundesregierung vor, die Proteste der Vergangenheit weder verstanden zu haben noch ernst zu nehmen.

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