Aachen - Referendare verlangen mehr Geld: „Ausbeutung”

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Referendare verlangen mehr Geld: „Ausbeutung”

Von: Thorsten Karbach
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Aachen. Wie viel sind Nordrhein Westfalen seine neuen Lehrer wert? Diese Frage stellen sich der Philologen-Verband des Landes und die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) lauter denn je, denn in dieser Woche haben 2600 neue Referendare ihre Ausbildung aufgenommen.

1201 Euro netto verdienen die angehenden Lehrer an Gymnasien und Gesamtschulen zunächst. In anderen Schulformen noch ein paar Euro weniger. Die jungen Lehrer im Philologen-Verband haben eine Petition formuliert, in der sie höhere Anwärterbezüge fordern. „Bei der derzeitigen Höhe ihrer Bezüge ist eine Ableistung des Referendariats ohne Verschuldung kaum mehr möglich”, klagt Jörg Mülhausen, Vorsitzender der Philologen in der Region, der die Petition ausdrücklich unterstützt. Die GEW forderte bereits vor zwei Jahren - also bereits vor der im November umgesetzten Reform der Lehrerausbildung - eine Anhebung auf 1600 Euro netto. Das Land müsste dann allein für die 2600 neuen Referendare statt rund 3,1 Millionen Euro mit mehr als 4,1 Millionen Euro rechnen - monatlich. Das kann und will sich das Land aktuell nicht leisten.

Weder das für die Besoldung zuständige Finanzministerium noch das für die Lehrerausbildung zuständige Schulministerium haben das Thema auf der Tagesordnung. „Nein, da gibt es bei uns keinerlei Pläne”, sagt Jörg Harm, Sprecher des Schulministeriums.

Der Philologen-Verband spricht von einer Ausbeutung der Referendare. Nicht nur finanziell. Denn mit der Reform wurde auch der Unterrichtsanteil erhöht. Verband und GEW kritisieren dies auch, weil diese Stunden als sogenannter bedarfsdeckender Unterricht eingestuft werden. Das bedeutet, dass die Referendare nicht als zusätzliche Lehrkräfte von den Schulen eingesetzt werden, sondern ihre Arbeit auf das Stundendeputat der Schulen angerechnet wird. Sie besetzen also Lehrerstellen, werden nicht zusätzlich angestellt.

Der Philologen-Verband fürchtet deswegen nun um die Perspektive der Referendare nach der 18-monatigen Ausbildung. Jörg Harm verspricht aber „sehr gute Einstellungschancen”. Und die Lehrerbezüge stehen in der Regel auch nicht in der Kritik.
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