Aachen - Rechtsextreme „Kameraden“ wechseln zu neuer Partei

Rechtsextreme „Kameraden“ wechseln zu neuer Partei

Von: ks/mik/ben
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Die rechtsradikale Kameradschaft Aachener Land ist verboten, die Mitglieder organisieren sich neu. Foto: dpa
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Die rechtsradikale Kameradschaft Aachener Land ist verboten, die Mitglieder organisieren sich neu. Foto: Michael Klarmann

Aachen. Die rechtsradikale Szene der Region ist in Bewegung. Gut fünf Monate nach dem Verbot der „Kameradschaft Aachener Land“ (KAL) gibt es deutliche Anzeichen dafür, dass sich der harte Kern der verbotenen Neonazi-Organisation neu ordnet.

Das Kommissariat „Rechts motivierte Kriminalität“ (Remok) der Polizei Aachen bestätigte auf Anfrage, dass ehemalige Mitglieder der KAL nun Funktionsträger in den am Wochenende neu gegründeten Kreisverbänden Aachen und Heinsberg der Partei „Die Rechte“ seien. Die seit 2012 existierende Partei positioniert sich nach eigenen Angaben politisch zwischen der rechtsradikalen Partei Pro NRW und der rechtsextremen NPD. Das NRW-Innenministerium prüft derzeit, ob „Die Rechte“ eine Ersatzorganisation für verbotene rechtsextreme Gruppierungen wie die KAL ist.

Eine zweite rechtsradikale Organisation hat in den vergangenen Monaten in der Region für Aufmerksamkeit gesorgt: die „Kameradschaft Alsdorf Eupen“ (KAE). Erst vor wenigen Tagen beschädigten vermutlich Mitglieder der KAE die Außenfassade des Deutsch-Türkischen Kultur- und Sportvereins im Zentrum der Stadt Alsdorf mit Hakenkreuz-Schmierereien. Genau am 80. Jahrestag der „Machtübergabe“ an die NSDAP und Adolf Hitler am 30. Januar suchten Unbekannte in der Nacht das Haus heim, in dem auch eine Moschee untergebracht ist. Polizeisprecher Paul Kemen geht nicht davon aus, dass dies Zufall ist, wie er auf Anfrage unserer Zeitung sagt. Ziel, Datum und Vorgehensweise deuteten darauf hin, dass die Tat rechtsextremistisch motiviert ist.

Deshalb ermittelt die Remok unter Leitung von Stephan Zenker auch im Fall der KAE. Bereits Anfang 2012 war die KAE durch rechtsradikale Schmierereien aufgefallen, sagt Remok-Leiter Zenker.

Dass das aktuelle „Propagandadelikt“ in Alsdorf eine Reaktion auf das Verbot der KAL ist und die KAE ihre Aktivitäten wieder aufleben lässt, wurde nicht bestätigt. Der Polizei liegen auch keine Erkenntnisse vor, dass Mitglieder der KAL zur KAE gewechselt sind. Nach bisherigen Erkenntnissen sei die KAE eine vergleichsweise kleine Gruppierung.

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