Razzia gegen Rocker: Polizei verkündet Erfolg

Von: dpa
Letzte Aktualisierung:
bandidos verhaftung hells angels rocker
Der Staat greift durch: In den vergangenen Wochen wurden bundesweit Clubheime und Privatwohnungen von Rockern durchsucht. Im Bild wird der Präsident des Chapters Del Este der Bandidos in Hennigsdorf von Polizisten in Gewahrsam genommen. Foto: dapd

Mönchengladbach/Köln. Die Polizei geht massiv gegen die Rocker vor: Am Donnerstag durchsuchten die Fahnder eine Anzahl von Privatwohnungen mutmaßlicher Rocker auf der Suche nach Beweisen zu einer Messerstecherei in Mönchengladbach vom Januar.

Mit einer Großrazzia im Ruhrgebiet am Mittwoch der vergangenen Woche ist der Polizei nach eigenen Angaben ein Schlag gegen einen Dealer-Ring aus dem Rocker-Milieu gelungen. Am Donnerstag sollen beschlagnahmtes Rauschgift und zahllose Waffen in Duisburg gezeigt werden.

Mehr als 20 Kilogramm Cannabis, Kokain und Amphetamine („Speed”) sowie 27 Schusswaffen entdeckte die Polizei vorige Woche bei 15 Hausdurchsuchungen, darunter auch Maschinengewehre und tausende Schuss Munition. Dies sagte ein Sprecher der Duisburger Polizei am Donnerstag. Vier der rund 20 Tatverdächtigen sind nach Informationen der dpa regional hochrangige Mitglieder der Rockergruppe Bandidos, einer von ihnen sitzt bereits in Untersuchungshaft. Auch vier weitere mutmaßliche Drogendealer nahmen die Beamte vorläufig fest.

Nach den Durchsuchungen haben die Rocker ihr Clubheim in Oberhausen aufgelöst. Eine Neugründung ist nach Angaben eines Sprechers der „Bandidos” nicht geplant. In dem Clubheim hat es in den vergangenen Monaten allerdings nach Polizeiangaben keine nennenswerten Kriminalität gegeben. Man wolle die Rocker aber weiter im Auge behalten, hieß es bei der Polizei.

Unterdessen ermittelt die Mönchengladbacher Mordkommission „Kutte” weiterhin wegen schweren Landfriedensbruchs und dreifachen versuchten Mordes. Bei der Massenschlägerei im Januar in Mönchengladbach waren etwa 100 Rocker mit Ketten, Baseballschlägern und Messern aufeinander losgegangen. Viele von ihnen wurden verletzt, drei lebensgefährlich.

Die Razzia vom Donnerstag war die fünfte in diesem Zusammenhang. Die Durchsuchungen in 15 Wohnungen fanden in Mönchengladbach, Köln, Essen, Bochum, Herne Gelsenkirchen, Siegburg, Eitorf und Viersen statt. Über 150 Polizisten rückten mit sieben Spezialeinsatzkommandos bei den als gewalttätig bekannten Rockern an. Die Beamten stellten Datenträger und Waffen sicher. Festnahmen gab es aber nicht.

Neben Datenträgern stellte die Polizei Macheten, Messer, Baseballschläger, Testosteron, eine Reihe anderer Hieb- und Stichwaffen und drei Schusswaffen sicher. Allein bei einem Rocker fand die Polizei 50 Messer. Die Auswertung werde Zeit in Anspruch nehmen. Die Ermittlungen sind nach Polizeiangaben sehr schwierig, da weder Täter noch Opfer mit der Polizei kooperierten.

Die Homepage wurde aktualisiert