Aachen - Rauschgiftdeal endet spektakulär

Rauschgiftdeal endet spektakulär

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Aachen. Nachdem es Anfang August nach einem vermeintlichen Raubüberfall in der Philipsstraße zwei festgenommene Täter aber kein Opfer gab, hat die Kripo nun alles, was sich ein Kripomann so wünscht: Täter, Opfer, Beute, Beweise.

Das Komische an dem Fall: Ein Opfer war auch Täter! Das Ganze war eine eingefädelte Tat um eine Rauschgiftübergabe. Wobei der Dealer, ein 20-jähriger Mann aus den Niederlanden, in dem Fall der Drahtzieher war. Er hatte sich zum Schein von angeheuerten Räubern gleich mit überfallen lassen und konnte jetzt festgenommen werden.

Zur Erinnerung: Zeugen hatten am Montag, 3. August, in der Philippsstraße einen brutalen Raubüberfall auf einen parkenden Autofahrer beobachtet. Die Polizei war schnell zur Stelle und konnte zwei Männer auf der Flucht schnappen.

Die 18- und 23 Jahre alten Männer aus Heerlen (Niederlande) gingen daraufhin wegen des Verdachtes des schweren Raubes in Untersuchungshaft. Ein weiterer Mittäter hatte trotz eines hohen Polizeiaufgebotes flüchten können. Allerdings hatte offenbar auch das vermeintliche Opfer des Überfalls das Weite gesucht und war wie vom Erdboden verschwunden.

Dadurch war bei den Ermittlern schnell der Verdacht aufgekommen, dass an der Sache - kriminalistisch gesehen - etwas oberfaul war. Entlang des Fluchtweges fanden die Polizisten eine Plastiktüte mit mehreren tausend Euro, eine Sturmhaube, Silberfolie mit Zeitungspapier und ein Auto mit niederländischem Kennzeichen, das sichergestellt und auf Spuren untersucht wurde.

Obwohl einer der Festgenommenen beharrlich schwieg und nur der Mittäter Angaben zur Tat machte, bekam das Puzzle langsam Formen. Denn das Opfer des Raubes, der Käufer des Rauschgiftes, ein 28-jähriger Mann aus Aachen, konnte ermittelt und vernommen werden.

Über den Aachener kamen die Ermittler auf die Spur des Rauschgiftverkäufers, eines 20-jährigen Dealers aus den Niederlanden. Schließlich war die Beweislast so erdrückend, dass die Beamten den Mann in Heerlen festnehmen und in Untersuchungshaft stecken konnten.

Er gab zu, sowohl die Rauschgiftübergabe als auch den Raub mit seinen Kumpels geplant und eingefädelt zu haben. Um den Schein zu wahren, habe er sich auch verprügeln lassen.

Er schien von seinem Coup sehr überzeugt gewesen zu sein, denn er hatte zur eigentlichen Übergabe gar kein Rauschgift dabei. Zwei in Silberfolie eingewickelte Zeitungspakete bildeten die Rauschgiftattrappe. Das waren genau die Pakete, die die Mittäter auf der Flucht vor der Polizei mit dem vielen Geld verloren hatten. Auch wenn noch ein Mittäter, dessen Rolle als untergeordnet angesehen wird, flüchtig ist, gilt der mysteriöse Fall als geklärt.

Pikanterie am Rande: Im Präsidium hatten sich nach der ersten Presseveröffentlichung mehrere Leute gemeldet, die angaben, sie hätten eine Plastiktüte mit einer großen Summe Bargeld verloren. Nach Schilderung der zum Teil faszinierenden Geschichten kam die ernüchternde Frage des Ermittlers: „Um welche Summe geht es denn?” Die schlechte Trefferquote ließ die Telefonate schnell enden.
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