Aachen - Rathaus hängt die Karlspreisträger-Bilder ab

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Rathaus hängt die Karlspreisträger-Bilder ab

Von: Robert Esser
Letzte Aktualisierung:
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Vom Rathaus ins Kurhaus: Die 50 Porträts der Karlspreisträger passen nach Einschätzung der Umbau-Experten nicht mehr ins moderne Ausstellungskonzept und müssen deswegen umziehen. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Die 50 Porträtfotos der Karlspreisträger gehören für viele Bürger und Besucher zum Treppenaufgang des Rathauses wie die Reichskleinodien Karls des Großen zum Krönungssaal. So sehen das auch Aachens Stadtführer, die jetzt aber einigermaßen überrascht feststellen mussten, dass die Bilder von König Juan Carlos bis Kanzlerin Angela Merkel dort verschwinden sollen.

Im Zuge des millionenschweren Umbaus des Rathauses zur ersten Station der Route Charlemagne ziehen die Fotos ins Treppenhaus des Alten Kurhauses - was die rund 40 Stadtführer für kurzsichtig halten. Sie schickten ein entsprechendes Kritikschreiben ins Rathaus. Doch die Entscheidung steht.

„Die Bilder werden eine neue Heimat im Treppenhaus des Alten Kurhauses an der Komphausbadstraße finden”, sagt Stadtsprecher Hans Poth auf Anfrage unserer Zeitung. Im altehrwürdigen Rathaus stehen die Zeichen nämlich auf Erneuerung. Statt Bilderrahmen sollen nun Multimedia-Stelen im Treppenaufgang für die Fotos herhalten.

„An drei Stelen kann man Bilder, Texte und Wissenswertes rund um den Karlspreis über Touchscreen-Bildschirme abrufen”, erklärt Poth. Eine weitere Stele zeigt die Karlspreis-Urkunde für Helmut Kohl und Francois Mitterrand.

Georg Helg vom Rathausverein lobt die Umgestaltung: „Es wäre eine Schande, diese altfränkischen Fotos im Rathaus hängen zu lassen”, sagt er. „Die neue Innenraumgestaltung ist fantastisch gelungen, die Materialien passen perfekt in das barocke und neugotische Umfeld.”

Geschuldet sind die kahlen Wände dem neuen Innenraum-Design der Düsseldorfer Innenarchitektin Heike Falkenberg, deren Handschrift auch die rund 400.000 Euro teure Neumöblierung des Ratssaals ziert. Am Samstag öffnen nun auch die anderen neu gestalteten Erdgeschossräume - roter Salon, Werkmeisterküche etc. - erstmals für Besucher. Auch dort wird modernste Technik eingesetzt, um Aachens Geschichte zu präsentieren.

Ob die Besucher aber weiterhin so zahlreich strömen wie in der Vergangenheit, bleibt abzuwarten. Denn das Rathaus verordnete sich eine saftige Eintrittspreiserhöhung: von zwei auf fünf Euro pro Person (ermäßigt: 2,50 statt 1,20 Euro). Für Gruppen ab acht Personen sind immerhin noch drei Euro pro Gast fällig.

66.000 zahlende Rathaus-Besucher zählte die Stadt 2008 (8000 mehr als 2007) und nahm damit 116.000 Euro ein. In diesem Jahr sollen mindestens 120000 Euro zusammenkommen - was angesichts des teureren Eintritts und der monatelangen Umbauphase zu einem deutlichen Minus führen würde.

Komfortabler wird indes der Weg ins Rathaus - und vor allem in den Krönungssaal im Obergeschoss - für Gehbehinderte und Rollstuhlfahrer. Ende September soll ein vergrößerter Aufzug im Marienturm „barrierefreien Zugang” garantieren.

Unverändert bleiben übrigens anderswo die Preise für die Rathausführungen: 60 Euro beträgt der Tarif des Aachen Tourist Service für bis zu 25-köpfige Gruppen. Stattliche 240 der 4275 Stadtführungen des vergangenen Jahres führten die Gruppen auch in Aachens Prunkstück am Markt - und hier jeweils vorbei an den 50 Bildern des Karlspreisträger, die sich viele Besucher gleichzeitig auf dem Weg in den Krönungssaal in aller Ruhe ansehen konnten. „Ich denke, das moderne Ausstellungskonzept passt zu einer Wissenschaftsstadt wie Aachen”, sagt die stellvertretende Geschäftsführerin Gabriele Philipp, deren Ehemann Marcel im Herbst als neuer OB ins Rathaus einziehen will. Und sie fügt hinzu: „Ich bin sicher, dass sich unsere Stadtführer mit der neuen Situation - ohne Bilder der Karlspreisträger - arrangieren.”
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